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Planspiel Börlin (2): Berliner Börsengeschichten

von Planspiel Börse am 9. November 2017

Was haben Pandas, die Boulevardpresse und Fernwärme wohl gemeinsam? Sie alle haben etwas mit börsennotierten Unternehmen in Berlin zu tun – und diese sind dabei so facettenreich wie ihr Standort. Insgesamt haben in der Hauptstadt etwa 83 Firmen Aktien ausgegeben. Und jede hat ihre ganz eigene Börsengeschichte. Wir stellen euch vier davon vor.

Erfolgsgeschichte: Axel Springer

Axel Springer Logo

Für manche sind sie schlichtweg Klatsch, für andere regelmäßige Pflichtlektüre: Kaum etwas polarisiert so sehr, wie die Publikationen des Axel Springer-Verlags. Dieser als solcher war und ist ebenfalls umstritten, zum Beispiel wegen der konservativen Grundeinstellung vieler seiner Publikationen und seiner medialen (Über-)Macht. Doch der Erfolg des 1946 gegründeten Unternehmens zeigt, dass durchaus genügend Menschen hinter den Produkten stehen. Am bekanntesten: Die BILD, jahrzehntelang nicht nur die auflagenstärkste Tageszeitung Deutschlands, sondern ganz Europas.

Der Verlag wurde von seinem Namensgeber und dessen Vater in Hamburg gegründet und errichtete 20 Jahre später seinen Hauptsitz in Berlin, das Axel-Springer-Hochhaus – mit direkter Lage an der Berliner Mauer. 1970 wurde aus der GmbH eine Aktiengesellschaft, 15 Jahre später fand der Börsengang statt. Um die internationale Ausrichtung des Unternehmens zu kräftigen, folgte im Dezember 2013 die Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE). Heute ist der Verlag mit einem Börsenwert von 5,4 Milliarden Euro im M-Dax notiert und zahlt seit 15 Jahren regelmäßig eine Dividende an seine Investoren aus. Er zählt damit zu den erfolgreichsten Börsenunternehmen Berlins. Der Wert einer Aktie liegt momentan bei knapp 58 Euro.

Für den guten Zweck: Zoo Berlin

Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr an den Zoologischen Garten in Berlin denkt? Süße Pandas oder das historische Elefantentor? Bestimmt. Neben Meng Meng, Jiao Qing und 19.400 anderen Tieren hat der älteste Zoo Deutschlands aber noch was in petto: Nämlich Aktien. Allerdings gibt es davon nur 4000 Stück und zwar in Form von Namensaktien*. Sie werden zwar an der Berliner Börse gehandelt, befinden sich aber zum überwiegenden Teil seit Generationen in den Händen von Zoo-Fans. Sie bekommen aufgrund der Gemeinnützigkeit des Zoo Berlin keine Dividende, können aber ein lebenslanges Eintrittsrecht erwerben.

Aktie vom Zoo Berlin (1845)

Aktie vom Zoo Berlin (1845)

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde bereits 1844 gegründet. Die letzte Ausgabe neuer Aktien erfolgte 1910: Mit dieser Kapitalerhöhung wurde der Bau des Aquariums finanziert, dass 1913 eröffnet worden ist. Höhepunkte der Aktie gingen einher mit Besonderheiten wie Knut, dem Eisbären. Dessen große Beliebtheit führte dazu, dass sich ihr Wert von Mitte März bis April 2007 aufgrund der hohen Nachfrage für kurze Zeit mal eben verdoppelte. Nachdem sich der Kurs dann wieder normalisiert hatte, ist seitdem bis heute ein stetiger Anstieg des Wertes zu verzeichnen. Wahrscheinlich ist es unter anderem dem niedlichen Panda-Paar zu verdanken, dass der Aktienwert aktuell bei 5.800 Euro liegt.

* Kurzer Börsenkurs zu Namensaktien: In Deutschland gibt es übrigens überwiegend Inhaberaktien, in England und den USA dagegen beispielsweise hautsächlich Namensaktien. Doch was ist Unterschied? Wer eine Inhaberaktien in den Händen hält (der Aktienbesitzer also), dem gehört sie auch. (Heutzutage bekommt man die Aktien ja meist nicht mehr zu Gesicht, da diese auf Depots von Banken verwaltet werden. Früher waren die Aktien noch als echte Papiere ausgeben – daher der Name „Wertpapier”). Namensaktien hingegen sind auf den Namen des Besitzes ausgestellt. Die AG, die sie ausgibt, führt ein Register mit sämtlichen Aktionärsnamen. Ein Vorteil: Die AG kennt ihre Aktionäre, kann sie kontaktieren (Z.B. Einladung zur Hauptversammlung, Neuigkeiten) und eine engere Verbundenheit des Aktionärs aufbauen.

Schatzsuche, Fund 1: Fernheizwerk

Die gute alte Fernheizwerk Neukölln AG, wer kennt sie nicht… Kleiner Scherz, aber wer hätte es gedacht: Tatsächlich zahlt ebendiese den Aktionären seit 19 Jahren eine Dividende, und zwar ohne Unterbrechung. Ein wahrer Schatz also unter den Berliner Börsennotierten. Das 1910 gegründete Unternehmen gehört seit 1995 zur Vattenfall Europe AG, die 80 Prozent der Anteile hält. Vattenfall und alle anderen Inhaber der insgesamt 2, 3 Millionen Aktien konnten sich über eine Dividende von 1,60 Euro für 2016 freuen. Interessenten sollten trotzdem vorsichtig an die Sache herangehen: Häufig werden nur so wenige der Aktien gehandelt, dass dadurch extrem hohe Kurse entstehen können. Aktuell steht der Kurs bei 43,60 Euro.

Aktie des Fernheizwerk Neukölln (1987)

1987 ausgegebene effektive Aktienurkunde des FHW Neukölln

Schatzsuche, Fund 2: Deutsche Grundstücksauktionen

Eine andere Perle der Berliner Börsenunternehmen ist die Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA). Sie versteigert bundesweit Immobilien aller Art und ist seit 1999 an der Börse zu finden. Die DGA scheint ein vergleichsweise altruistisches Unternehmen zu sein: Neben der Tatsache, dass sie keine Zwangsversteigerungen durchführt, hat sie seit ihrem Börsengang jedes Jahr Dividenden an ihre Anleger ausgeschüttet, die dadurch einen Großteil des Gewinns abbekommen. Für 2016 lag die Rendite bei 5,6 Prozent. Ihr Aktienwert liegt momentan bei 16,20 Euro.

DGA Dividenden

DGA Dividenden

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