Top Treffer für „

Kein Treffer. Bitte überprüfen Sie Ihre Suche.


Ihre Sparkasse

Finden Sie weitere Informationen bei Ihrer Sparkasse vor Ort.

Schliessen

Börsenweisheiten – die Bauernregeln des 20. Jahrhunderts

Wer weiß was
„Regel Nr. 1: Verliere nie Geld, Regel Nr. 2: Vergiss nie Regel Nr. 1.“ Der Mann, der das angeblich mal gesagt hat, ist heute der drittreichste Mensch der Welt – Warren Buffett. Und er hat sein Geld an der Börse gemacht. Wie sie selbst Erfolgsgeschichte schreiben könnten, darüber zermartern sich Klein- und Großaktionäre gleichermaßen das Hirn. Und zwar schon seit Bestehen der Börse. Ein Fakten-Check der sieben berühmtesten Börsenweisheiten.

Weisheit 1: „Timing ist alles.“
„Was unterscheidet die Börse von der Straßenbahn? Bei der Straßenbahn wird beim Ein- und Aussteigen geklingelt“, scherzt Börsen-Experte Franz-Josef Leven. „Es gelingt also keinem Anleger, systematisch immer den besten Zeitpunkt zu wählen.“ Im Klartext: Timing ist Glückssache. Viel entscheidender sei es, so der Volkswirt und Finanzanalyst, über eine gewisse Zeit die Füße still halten zu können. Und wirklich: Studien haben gezeigt, dass die Kursgewinne für die Aktionäre ungefähr gleich bleiben, egal ob man auf Kursschwankungen reagiert oder nicht. Allerdings bleibt für die Geduldigen unterm Strich mehr übrig – sie sparen sich die hohen Transaktionsgebühren. Fazit: Statt sich aufs Timing zu verlassen, lieber breit gestreut und über längere Zeit anlegen.

Trend Chart

Weisheit 2: „The trend is your friend“
Trend erkannt, Aktie gekauft – und gewonnen? „Das funktioniert nur so lange bis der Trend bricht“, so Leven. „Die Kunst besteht darin, diesen Moment abzupassen.“ Und das ist gar nicht so einfach. „Es gibt Börsianer, die eine Trendumkehr ernsthaft daran ablesen wollen, dass die Kurve die Form einer Kopf-Schulter-Formation hat.“ Fazit: Wer sich an Trends orientieren will, muss sich sehr gut mit dem Trend auskennen.

Weisheit 3: „Buy on bad news, sell on good news“
Und nun das genaue Gegenteil, zu Deutsch: „Kauf, wenn die Kanonen donnern.“ Dahinter steckt eine einfache psychologische Weisheit. Bei schlechten Nachrichten verkaufen alle, denn Aktionäre sind Sensibelchen. Die Kurse sinken, die Chancen steigen. „Antizyklisches Handeln“ heißt also, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Doch der Börsenexperte macht auch hier wenig Hoffnung auf garantierten Erfolg: „Es gibt in etwa genauso viele Untersuchungen, die die Trend-Weisheit stützen, wie die, die antizyklisches Handeln nahe legen.“ Fazit: Es kommt halt immer drauf an.

Weisheit 4: „Never catch a falling knife.“
Bloß nicht zugreifen, wenn die Kurse fallen, so die dramatische Warnung. Denn: Sie könnten weiter fallen. Das Problem: „Es wird ja nicht geklingelt an der Börse wie in der Straßenbahn. Niemand weiß also, wann das Messer wirklich am Boden liegt“, so Leven. „Das ist dann wirklich Spekulation.“ Fazit: Lieber ein bisschen abwarten bei einem Kursrutsch – auch wenn’s schwer fällt.

„Es muss nicht immer Englisch sein“, ergänzt Robert Genz, Wertpapier-Experte der Berliner Sparkasse. Für das fallende Messer hat der deutsche Vermögensverwalter Gottfried Heller mit eine vielzitierte Warnung ausgesprochen: „Ein Schnäppchen mit Aktien verhält sich zur Geldanlage wie ein Stück Sahnetorte zur gesunden Ernährung.“ Mehr dazu im Handelsblatt

Weisheit 5: „Sell in May and go away. But always remember: Come back in September.“
„Es gibt tatsächlich gewisse Kalender-Effekte“, so Leven. Der eine schaut auf Erntezyklen, der andere auf Festtage wie Weihnachten. Demnach wäre auch der Januar ein guter Monat zum Investieren, da die Umsätze nach Weihnachten in der Regel steigen. Leven hält trotzdem nichts von dieser Weisheit: „Das sind nur Durchschnittswerte, sagt aber noch nichts über den Einzelfall aus. Wenn man über 30 Jahre hinweg so handelt, klappt es vielleicht im Schnitt.“ Fazit: Die Uhren ticken überall auf der Welt anders.

Weisheit 6: „Buy the rumors, sell the fact.“
Eine elegante Variante der sogenannten Theorie der effizienten Kapitalmärkte: Demnach sind alle bekannten, kursrelevanten Informationen schon im aktuellen Kurs enthalten. Auf Basis dieser Fakten zuzuschlagen, bringt daher keine großen Renditen, der Kurs hat längst darauf reagiert. „An der Börse wird mit Erwartungen gehandelt, nicht mit Wissen“, bestätigt Leven. Fazit: Möglichst früh einsteigen, wenn gerade mal Gerüchte geflüstert werden.

Milch Fahrrad

Weisheit 7: „Wenn selbst die Milchmädchen Aktien kaufen, dann ist es Zeit, sich von der Börse zurückzuziehen.“
Gleiche Kerbe wie bei der Trend-Weisheit: Wenn Aktien so lange gestiegen sind, dass es sich bis zum letzten Milchmädchen – politisch korrekt würde man sagen: börsenferne Schichten – herumgesprochen hat, ist der Trend zur allgemeinen Hysterie geworden. Und damit ist längst das Ende der Fahnenstange erreicht und große Renditen sind nicht mehr möglich. Fazit: Wer zu spät kommt, verzichtet lieber ganz aufs Mitspielen.

André Kostolany: Spekulant und Wortspieler

Die Urheber dieser Weisheiten sind unbekannt. Es gibt aber auch markige Sprüche bekannter Investoren, die immer wieder zitiert werden. Robert Genz kam in unserem Interview zum Thema Nachhaltigkeit, das demnächst hier auf auf dem Blog veröffentlicht wird, nicht an André Kostolany vorbei. Der als Börsen- und Finanzexperte und als Spekulant auftretender Journalist, Schriftsteller und Entertainer mit ungarischer Herkunft pflegte einen sehr spielerischen Umgang mit Worten – wir zeigen die Lieblings-Zitate von Robert Genz. Im Gegensatz zu den metaphorischen Weisheiten sind die Zitate eher selbsterklärend.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

Die Börsenspekulation ist wie eine Skatpartie. Man muss mit guten Karten mehr gewinnen als man mit schlechten Karten verliert.

Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück. Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher der später auch das notwendige Glück.

Wikipedia-Eintrag zu Kostolany

Weise scheint es auch zu sein, Warren Buffett zu vertrauen: Viele Anleger verfolgen die Aktionen des Börsengurus, der oft einen richtigen Riecher für gute Investments gehabt hat. Das Handelsblatt hat im Sommer die Lieblingsaktien des Börsengurus gezeigt, die durch eine Pflichtmeldung offenbart wurden.

Fotos: Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.