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Das Sparkassenbuch im Wandel der Zeit

von Tanya Zlateva am 28. April 2018 | Kategorie: 200 Jahre


Sparkassenbücher sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch ein Spiegelbild zeitgeschichtlicher Ereignisse. So lassen sich Kriegs- und Krisenzeiten wie Inflation oder politische Umbrüche, aber auch Jahre des Wohlstands und des Aufbaus anhand langjährig geführter Sparbücher sehr gut nachvollziehen. Sparbücher begleiten Menschen oft ein Leben lang und sind mit den unterschiedlichsten Erinnerungen verbunden. Diese Verbundenheit zeigt sich auch immer wieder, wenn Kunden der Berliner Sparkasse ihre alten Sparbücher dem Historischen Archiv der Berliner Sparkasse überlassen.

Das älteste deutsche Sparbuch

Die ersten Sparkassen geben zunächst sogenannte Sparkassenscheine aus, auf denen dem Sparer versichert wird, dass er seine Einlage einschließlich der aufgelaufenen Zinsen zurückerhält. In den 1820er Jahren setzt sich dann das klassische Sparbuch durch. Das vermutlich älteste noch erhaltene deutsche Sparbuch stammt aus dem Jahre 1826 von der Ploener Spar- und Leihkasse. Es ist derzeit in der Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum zu sehen. Das älteste Sparbuch, das von der Berliner Sparkasse bekannt ist, wurde 1874 von einer Kundin eröffnet.

Vom Quittungsbuch zum Sparkassenbuch

Der erste Hinweis auf die Ausgabe von Sparkassenbüchern bei der Berliner Sparkasse findet sich im Entwurf des Statuts vom 31. Januar 1819. Darin heißt es: „Jeder, welcher Geld in dieser Sparkasse niedergelegt, erhält ein mit dem Stadtwappen gestempeltes … Quittungsbuch, das dieselbe Nummer erhält, unter welcher der Interessent in die Bücher der Sparkasse eingetragen ist“.

Die Berliner Sparkasse verwendet die Bezeichnung Quittungsbuch noch in den 1870er Jahren, erst in den 1890er Jahren findet sich auf den Vorderseiten der Sparbücher die Bezeichnung Sparkassenbuch. Die Sparkonten bei der Berliner Sparkasse werden seit 1886 aufgrund des Kundenzuwachses organisatorisch von zwei Abteilungen verwaltet. Die erste Abteilung der Sparkasse umfasst die Sparbücher von den Kontonummer 1 bis zur 499.999, die zweite Abteilung die Kontonummer ab 500.000. Der Einband der Sparbücher der ersten Abteilung ist schwarz und der zweiten Abteilung bereits rot.

Bis zur Bildung von Groß-Berlin im Jahre 1920 haben die noch nicht eingemeindeten Städte und Gemeinden eigene Sparkassen. Daher gibt es Sparkassenbücher zum Beispiel von den Sparkassen der Städte Neukölln und Schöneberg.

Die Gestaltung der Sparbücher wird moderner

In den 1920 Jahren sind die Berliner Sparkassenbücher recht aufwendig gestaltet und auf der Rückseite mit dem schönen Spruch “Zur Sparkasse Mitbürger bringe Dein Geld! Sparst Du für Dich, hilfst Du der Welt!“ versehen. Wie beim Sparbuch zum Weltspartag 1926 haben die Außenseiten eine blaue Farbe. Weitere Änderungen in der Gestaltung erfolgen Ende der 1920er und Mitte der 1930er Jahre. Die Farbgestaltung bleibt allerding bei einem grünlich-schwarzen bzw. grauen Ton.

In den 1930er und 1940er Jahren erhalten die Mitarbeiter der städtischen Elektrizitätswerke Bewag bei der Geburt eines Kindes von ihrem Unternehmen ein Sparkassenbuch mit einem Geschenkbetrag von 20 Reichsmark, das bei der Berliner Sparkasse eingerichtet wird.

Unterschiedliche Farbgestaltung in Ost und West

In der Nachkriegszeit führt die Teilung Berlins und der Berliner Sparkasse auch zu einer unterschiedlichen farblichen Gestaltung der Sparkassenbücher. Die Sparkasse im Ostteil Berlins nutzt die Farbe Rot für den Einband. Beschriftet sind die Sparkassenbücher zunächst mit der Bezeichnung „Deutsches Sparkassenbuch“ und später dann nur noch mit „Sparbuch“. Die Sparkassenbücher der Sparkasse im Westteil Berlins haben zunächst einen grauen Einband mit der Aufschrift „Sparkassenbuch – Sparkasse der Stadt Berlin West“. Erst Anfang der 1970er Jahre übernimmt auch die Westberliner Sparkasse die rote Farbgebung.

Auch heute gehört das traditionelle Sparbuch mit dem Sparkassenbuch Gold zum Produktangebot der Berliner Sparkasse. Die rote Vorderseite ist mit goldenen Buchstaben und dem Brandenburger Tor versehen.

Die nachfolgende Bildergalerie zeigt den Wandel des Sparbuchs von 1904 bis 1989.

Fotos: Historisches Archiv Berliner Sparkasse

Sie wollen noch mehr über die deutsche Tradition des Sparens erfahren? Dann besuchen Sie bis zum 26. August 2018 die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum, die in Kooperation mit der Berliner Sparkasse entstanden ist.

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