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Die Anfänge der Sparkasse in Berlin vor 200 Jahren

von Tanya Zlateva am 19. Januar 2018


Die Nachwirkungen der Napoleonischen Kriege, die Umsetzung der preußischen Reformen und die zunehmende Industrialisierung der Wirtschaft prägen die Zeit um 1818 im Königreich Preußen. Berlin als preußische Hauptstadt ist zwar bedeutender Verwaltungssitz und Garnisonsstandort, steht aber im Schatten Potsdams und seiner Schlösser. Flächenmäßig umfasst die Stadt gerade einmal das, was heute dem Stadtteil Mitte entspricht.

In Berlin leben damals rund 200.000 Menschen und viele leiden unter einer erdrückenden Armut. Die Stadtverordnetenversammlung will dieser Situation durch die Gründung einer Sparkasse entgegenwirken. Ärmere Bevölkerungskreise sollen, wenn es ihnen finanziell möglich ist, zum Sparen angeregt werden, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen.

Erste Sparkassengründung im Königreich Preußen

Nach vielen Vorberatungen unter Einbeziehung von Fachleuten beschließt die Stadtverordnetenversammlung deshalb in ihrer Sitzung vom 31. Juli 1817 eine „Sparkasse für die ärmere Klasse der hiesigen Einwohner zu errichten“. Am 9. Dezember 1817 bittet der Magistrat schriftlich bei der königlichen preußischen Regierung um die Erlaubnis, eine Sparkasse eröffnen zu können. Am 5. Januar 1818 erhält der Magistrat die Antwort, dass keine Einwände gegen die Gründungspläne bestehen.

So kann der Berliner Magistrat unter dem Oberbürgermeister Johann Gottfried Büsching seine Vorstellungen umsetzen und am 6. Juni 1818 wird im Berliner Intelligenzblatt die Gründung der Sparkasse bekannt gegeben. Die Bekanntmachung des Magistrats trägt das Datum vom 28. Mai 1818. Damit ist die erste Sparkassengründung im Königreich Preußen auf den Weg gebracht.

551 Kunden im Gründungsjahr

Am 15. Juni 1818 öffnet die Sparkasse im oberen Stockwerk der Gerichtslaube, einem Anbau des alten Berliner Rathauses an der König-, Ecke Spandauer Straße, erstmals ihre Pforten. Heute steht dort das Rote Rathaus. Am Ende des Jahres 1818 zählt die Sparkasse 551 Kunden. Eines der ersten Sparbücher gehört der Kirchengemeinde Stralau. Bis 1825 sind bereits rund 19.000 Sparbücher, die damals noch Quittungsbücher heißen, ausgegeben.

Im Februar 1819 geht der erste Brief eines Berliner Bürgers bei der Sparkasse ein. Der geheime königliche Sekretär im Kriegsministerium Paulig bittet um die Aushändigung eines Exemplars des Statuts der Sparkasse. Ob er sich dann allerdings ein Sparkassenbuch einrichten ließ, ist nicht überliefert.


Wirtschaftskrise und Revolutionswirren

Viele Berliner, darunter Arbeiter, Dienstboten, Dienstmädchen und Tagelöhner, erhalten damals allerdings nur geringe Löhne und es gibt keine soziale Absicherung. Vielen fällt das Sparen überhaupt schwer. Dafür wird die Sparkasse zunehmend von wohlhabenderen Bürgern genutzt. Wirtschaftskrise und Revolutionsereignisse in den 1840er Jahren bringen für die Bürger der preußischen Hauptstadt unruhige Zeiten. Das Wachstum der Sparkasse in Berlin stagniert, bis 1850 steigt die Anzahl der Sparbücher nur auf rund 26.000 Stück. 1846 sind rund ein Drittel der Sparer Kaufleute, Händler, Handwerker und sonstige Gewerbetreibende.

Durch das Sparkassen-Reglement von 1838 werden für die Sparkassen in Preußen grundlegende Vorschriften für das Spar- und Kreditgeschäft erlassen. Zudem schaltet sich der Staat in die Aufsicht ein – ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung der Sparkassen. Das Reglement wird übrigens zum Vorbild für ähnliche Regelungen der nun überall entstehenden Sparkassen. Es ist also eines der ersten Sparkassengesetze Deutschlands.

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