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Die Börse Berlin – der virtuelle Marktplatz

Geräuschlos gleitet der Aufzug in den vierten Stock des Ludwig-Erhard-Hauses, zum Sitz der Berliner Börse. Die Flure sind mit blauem Teppichboden ausgelegt, Glaswände erlauben einen Blick in die Büros, in denen Mitarbeiter hinter Computern sitzen. Wer sich die Börse in Charlottenburg als einen quirligen Marktplatz vorgestellt hat, irrt.

Keine riesigen Anschlagtafeln mit Zahlenkolonnen, keine gestikulierenden Menschen mit Telefonen am Ohr, die Aktien kaufen und verkaufen. „Dass Geschäfte auf Zuruf gemacht werden, ist Vergangenheit“, sagt Sprecherin Petra Greif. „Unseren Börsensaal haben wir 2006 aufgegeben.“ Die Computertechnologie hat den Wertpapierhandel revolutioniert, heute wechseln Wertpapiere nur noch elektronisch den Besitzer. „Wir bieten dafür die Infrastruktur.“

Neben dem zentralen Börsenplatz in Frankfurt (Main) gibt es sieben regionale Börsen in Deutschland – eine davon in Berlin. Jedoch sind es nicht unbedingt Berliner Firmen, die von hier aus ihren Börsengang starten. „Unternehmen gehen dort an die Börse, wo sie für sich die besten Bedingungen sehen – und die meisten Investorengelder mobilisieren können“, erläutert Petra Greif. Das kann für ein deutsches Unternehmen auch die Börse in Toronto sein oder die Nasdaq in New York. Die Börse Berlin ist aktuell Heimatbörse für 73 Unternehmen. Was nicht heißt, dass hier nur deren Wertpapiere gehandelt werden. „Unser Schwerpunkt ist der Handel mit internationalen Aktien.“

Order innerhalb eines Wimpernschlags

Im elektronischen Handelssystem Xontro stehen in Berlin rund 31.000 Wertpapiere, davon mehr als 9.700 Aktien zur Auswahl. Aus fast 120 Ländern. Unter der Marke Equiduct betreibt die Börse Berlin zudem einen zweiten Marktplatz, auf dem rund 1.800 Werte, vor allem sogenannte europäische Blue Chips gehandelt werden – besonders umsatzstarke Aktien großer Unternehmen. „Equiduct berechnet den europaweit besten Preis und führt jede einzelne Order innerhalb eines Wimpernschlags aus“, sagt Petra Greif. „Vollelektronisch.“

Bei Xontro werden die Geschäfte noch von Menschen abgewickelt – von Maklern, den „Skontroführern“. Die vermitteln zwischen Verkäufern und Käufern von Wertpapieren. An der Börse Berlin sind dafür vier Finanzdienstleister zugelassen. Heißt: Die eigentlichen Händler arbeiten gar nicht im Ludwig-Erhard-Haus – sondern in München, in Frankfurt oder anderswo.

Monitore sind Trumpf
Die Börse Berlin ist allerdings die Stelle, an der alle Fäden zusammenlaufen. Hier sitzen in einem der Glasbüros auch die drei Mitarbeiter der Handelsüberwachungsstelle, dem Herzstück der Börse. An je vier Monitoren auf ihren Schreibtischen verfolgen sie alle Handelsbewegungen in Echtzeit, kontrollieren, ob Börsenpreise ordnungsgemäß zustande kommen. In Schichten. Insgesamt zwölf Stunden pro Tag, denn die Berliner Börse ist von 8 bis 20 Uhr aktiv. Im Hintergrund läuft ein Fernseher. Kein Freizeitvergnügen während der Arbeitszeit. Nachrichten flimmern über den Bildschirm. „Was in der Welt passiert, hat direkten Einfluss auf die Börsenkurse“, sagt ein Mitarbeiter. „Denken Sie nur an den 11. September 2001 oder die Finanzkrise.“

Bis einschließlich August hat die Börse Berlin auf ihren beiden Handelsplattformen 37,8 Milliarden Euro umgesetzt. Eine immense Summe, wenn man bedenkt, dass die Börse Berlin nur 20 Mitarbeiter hat.

Foto: Börse Berlin

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