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Die Geschichte der Sparkassenwerbung

eingestellt von Tanya Zlateva am 28. Juni 2018 um 17:56 | Kategorie: 200 Jahre

Deutsche Sparkassen gibt es seit über 200 Jahren und seitdem stehen sie mehr oder weniger im Licht der Öffentlichkeit. In den Anfangsjahren machten Mundpropaganda oder Aushänge an den Instituten auf das Sparen aufmerksam. Erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert startete die Werbung im heutigen Sinn. Wir entführen Sie auf eine Zeitreise von den Anfängen bis in die 1970er Jahre.

Sparkassenwerbung bedeutete damals, dass Textanzeigen in einigen wenigen deutschen Zeitungen erschienen.

„Ein Sparer ist kein Säufer, kein Wirtshauslieger, kein Raufbold …“

Als Beginn der Geschichte der Sparkassenwerbung gilt ein Werbeprospekt der Amtssparkasse Neuhaus (heute: Kreissparkasse Grafschaft Bentheim zu Nordhorn), der gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschien und den Spargedanken präzise zusammenfasst:

„Ein Sparer ist kein Säufer, kein Wirtshauslieger, kein Raufbold. Wohl aber wird er dafür sorgen, dass alles in seinem Haus ordentlich und gesittet zugehe, und immer Geld haben, seine notwendigen Bedürfnisse rechtzeitig und gut zu bestreiten. Ein Sparer hat stets die Mittel, bar zu bezahlen und deshalb billiger und besser zu kaufen, als der unordentliche Bürger, der von der Hand in den Mund lebt und nur als Gnade schlechte Sachen auf Anschreiben teuer annehmen muss.“

Mitte der 1920er Jahre erschienen die ersten Plakate

Etwa 1924, mit Einführung der Reichsmark nach der Inflation von 1923, begann das Zeitalter der Plakate in der Sparkassenwelt und damit das Werben für das Sparen. Was heute unter finanzieller Bildung bezeichnet wird, hatte damals einen volkspädagogischen Hintergrund. Den Sparkassen war es wichtig, nicht nur ihre eigenen Produkte zu bewerben, sondern auch den Bürgern zu vermitteln, wie wichtig finanzielle Vorsorge ist und dass sie zur finanziellen Sicherheit beiträgt.

Gleichzeitig mussten die Sparkassen in der Bevölkerung Vertrauen in die neue Währung herstellen. Helfen sollte dabei ein einheitliches Werbekonzept. Aus diesem Grund gründeten die Sparkassen ihren Zentralen Werbeausschuss, den es auch heute noch gibt. Zeitgleich wurde 1924 in Mailand auf einem internationalen Sparkassenkongress der Grundstein für den ersten Weltspartag gelegt. Die Sparkassenvertreter einigten sich darauf, am 31. Oktober jeden Jahres einen Tag lang auf den Sinn und Zweck des Sparens aufmerksam zu machen. In Deutschland fällt dieser Tag immer auf den letzten Werktag des Oktobers – da der 31. schon vom Reformationstag besetzt ist.

Werbung in Zeiten des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus boomte die Sparkassenwerbung, ein Trend der nicht unbedingt aus den Sparkassen kam. Vielmehr wusste die Regierung die Sparkassen und deren Werbetätigkeiten für ihre Propagandazwecke gezielt zu nutzen. Sparen wurde zu einem Politikum und u.a. beworben mit: „Dein Sparen hilft dem Führer“. Viele neue Sparkampagnen, wie das „Kraft-durch-Freude-Reisesparen“, das „Hitlerjugend-Sparen“, das „Gefolgschaftssparen“ oder auch das „Eiserne Sparen“ wurden entwickelt, um die Regierung Hitlers und den Krieg zu unterstützen.

In der Nachkriegszeit wurde dann viel für die Wiederbelebung des Sparens geworben (in Ost und West gleichermaßen). Im Westteil setzte in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auch die Werbung für andere Produkte ein (z.B. für Kredite).

Informationen zur Werbung in der DDR

Wenn man sich noch einmal die Werbetätigkeit – eines der anschaulichsten Themen in der Sparkassengeschichte der DDR – anschaut, so ist festzustellen, dass die 1950er und 1960er Jahre noch sehr kreative Jahrzehnte waren und der Werbung in der BRD in nichts nachstand. 1954 gab es in Anlehnung an den Weltspartag eine erste Sparwoche, die allerdings vier Wochen lang feierlich begangen wurde. Ab 1956 beging man Sparwochen im Oktober, dem traditionellen Monat für den Weltspartag. Im Jahr 1969 finden sich in den Akten die letzten Werbeetats für Sparwochen. In den 70er Jahren, als auch der Einheitszinssatz auf alle Einlagen über 3,25 % eingeführt wurde, hielt man Werbeetats für nicht mehr zwingend erforderlich, da fast die gesamte Bevölkerung der DDR ein Konto bei der Sparkasse hatte. Werbung war also nicht mehr nötig, ernsthafte Konkurrenz für die Sparkassen nicht vorhanden. So wurde die bunte, oft ironische Werbung durch langweilige „graue“ Informationstafeln abgelöst. Man ging dazu über, den Kunden nur noch ganz sachlich über Angebote und Neuerungen zu informieren.

Und heute?

Heute gibt es neben den Sparkassenplakaten noch viele weitere Werbeformen: Kinospots, TV-Werbung, Werbung im Radio, im Internet oder auf mobilen Endgeräten sowie auf Bussen und Bahnen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die in einem weiteren Teil des Geschichtsblogs erzählt wird.

Die Geschichte des Sparens in Bilder

Quellen: Historisches Archiv Berliner Sparkasse, Sparkassenverband Niedersachsen, Handelsblatt, Dossier „60 Jahre Bundesrepublik – die Sparkassengeschichte in der DDR“

Sie wollen noch mehr über die deutsche Tradition des Sparens erfahren? Dann besuchen Sie bis zum 26. August 2018 die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum, die in Kooperation mit der Berliner Sparkasse entstanden ist.

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