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„Ein absoluter Traum“

Elena Wassen ist das „Küken“ – und stolz darauf. Die 15 Jahre alte Wasserspringerin reist als jüngste deutsche Sportlerin zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro. Mit an Bord: die wettkampferprobten Kuscheltiere und der große Traum vom perfekten Sprung. Das Halbfinale traut sie sich zu – und eigentlich auch noch ein bisschen mehr. Die Überfliegerin im Interview.

Elena, es ist 14.15 Uhr. Wo erreichen wir Dich gerade?
Ich bin gerade Zuhause angekommen. Die Schule geht bis 14 Uhr. Um 14.45 Uhr muss ich dann wieder beim Training sein.

Schule und Leistungssport – ist das vereinbar?
Ich besuche hier in Berlin ja eine Sportschule, da ist beides aufeinander abgestimmt. Ich kann die neunte und zehnte Klasse auf drei Jahre strecken. Auf einer normalen Schule wäre das nur sehr schwer miteinander vereinbar. Allein die Wettkämpfe, ich habe in diesem Schuljahr 50 Fehlstunden.

Wie sieht ein normaler Trainingstag bei Dir aus?
Um 6.30 Uhr stehe ich auf, frühstücke. Von 8 bis 10.30 Uhr ist dann Training, anschließend bis 14 Uhr Schule. Von 14.30 Uhr bis ca. 18 Uhr noch einmal Training. Alle denken ja übrigens, dass wir im Training die ganze Zeit ins Wasser springen. Wir trainieren aber die meiste Zeit im Trockenen – Dehnung, Akrobatik, Trampolin.

Und wie viele „echte“ Sprünge hast Du in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele absolviert?
Ich zähle nicht mit. Aber in diesem Jahr sind es bestimmt schon 6.000 bis 7.000 Sprünge.

Für andere Hobbys von Teenagern bleibt da wenig Zeit, oder?
Nicht wirklich. Eigentlich nur am Samstag. Aber nach dem Training von 9 bis 12 Uhr bin ich häufig einfach nur froh, wenn ich mich ausruhen kann. Manchmal gehe ich aber auch mit Freundinnen und meiner Schwester shoppen.

Überlegst Du insgeheim manchmal, mit dem Leistungssport aufzuhören?
Manchmal fällt es schon schwer, morgens aufzustehen. Auch wenn es mal schlecht läuft, fragt man sich, warum man das alles eigentlich macht. In zehn Jahren wird niemanden mehr interessieren, was man geleistet hat. Man macht es für sich selbst, und meine Familie und meine Trainerin unterstützen mich dabei. Außerdem (lacht) wüsste ich gar nicht, was ich mit so viel Freizeit anfangen sollte.

Deine Schwester Christina ist zwei Jahre älter als Du und ebenfalls eine herausragende Wasserspringerin. Mit ihr bist Du 2013 aus der Kleinstadt Baesweiler bei Aachen nach Berlin gekommen. Ohne Eure Eltern. Ein großer Schritt?
Auf jeden Fall der richtige! Jemanden aus der Familie bei sich zu haben, hat es hier in der Berlin deutlich einfacher gemacht, sich zurecht zu finden und einzugewöhnen. So ganz allein in die Großstadt zu kommen, wo man keinen kennt – das wäre schon extrem schwierig gewesen.

Deiner Schwester hast Du auch zu verdanken, dass Du zum Wasserspringen gekommen bist …
Ich habe Christina mit meinen Eltern früher immer zum Training begleitet – und fand es richtig cool. Das wollte ich unbedingt auch machen. Also habe ich mit vier Jahren angefangen. Wasserspringen ist einfach ein toller Sport. Wenn man vom 10-m-Turm abspringt, hat man ganz kurz das Gefühl, zu fliegen.

Deine Schwester Christina galt eigentlich als die Favoritin auf ein Olympia-Ticket, sie hat es trotz toller Leistungen nicht geschafft.
Das ist schon irgendwie ein komisches Gefühl. Es wäre super gewesen, wenn wir beide gefahren wären. Und ich hätte mich auch gefreut, wenn nur Christina es geschafft hätte. Jede gönnt es der anderen. Wir sind zwar Konkurrentinnen – aber nur im Wettkampf.

Jetzt reist Du nach Rio. Hattest Du damit gerechnet?
Überhaupt nicht! Olympische Spiele, das war zwar immer mein großes Ziel. Dass es aber schon diesmal klappt, das habe ich erst geglaubt, als ich mich im Juni bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin qualifiziert hatte.

Schon gepackt?
(lacht) Nee, dafür war bislang noch keine Zeit. Mit in den Koffer kommen auf jeden Fall die Kuscheltiere, die ich bei fast jedem Wettkampf dabei habe.

Du wirst nun häufig als „Küken“ bezeichnet, weil Du die jüngste Teilnehmerin des Berliner Rio-Teams bist. Nervt Dich das eigentlich?
Nein, das macht einen eher stolz. In meinem Alter schaffen es nicht viele, bei Olympischen Spielen an den Start zu gehen.

Mit welchen Zielen steigst Du in den Flieger nach Brasilien?
Ich möchte einen vernünftigen Wettkampf hinlegen, keine Fehler machen und mit etwas Glück bis ins Halbfinale kommen. Alle wollen immer wissen, ob ich vor Rio besonders aufgeregt bin – bin ich aber gar nicht. Wenn ich erst einmal auf dem Turm stehe, bin ich voll konzentriert. Da denke ich nicht nach.

Wenn es optimal laufen sollte, ist dann auch eine Medaille drin?
Im Hinterkopf habe ich das schon. Eine Medaille bei Olympia – das wäre ein absoluter Traum. Aber ich bin auch nicht enttäuscht, wenn es diesmal nicht klappen sollte.

Elena, wir drücken Dir die Daumen!
Danke!


 

Infos über Elena Wassen
Geburtsdatum: 01. November 2000
Sportart/Disziplin: Wasserspringen
Wettbewerb in Rio: Wasserspringen 10 m Damen
Elena Wassens Wettkampf beginnt am 17. August (Vorkampf 10 m Turm).
Halbfinale und Finale finden am 18. August statt.
Schule: SLZB (Schul- und Leistungssportzentrum Berlin), 10. Klasse
Trainerin: Anne-Kathrin Hoffmann

Größte Erfolge:
1. Platz DM Turm (2016)
2. Platz DM Turm (2015)
2. Platz DM Turm-Synchron (2015)
3. Platz Europaspiele Turm (2015)


Foto: Camera 4

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