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Einhundertjahrfeier im Ersten Weltkrieg

eingestellt von Tanya Zlateva am 29. März 2018 | Kategorie: 200 Jahre

Auf die Zeit der Berliner Sparkasse im Ersten Weltkrieg blickt dieser Artikel zurück. Die Mitarbeiterzahl steigt, die Geschäfte entwickeln sich gut und es entstehen neue Geschäftsfelder, wie das Depotgeschäft für die Verwaltung und Verwahrung von Kriegsanleihen sowie die Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Außerdem gibt es Geschenkgutscheine für jedes neugeborene Kind. Am 15. Juni 1918 feiert die Sparkasse ihr 100jähriges Bestehen.

Das Jahr 1914 beginnt für die Berliner Sparkasse zunächst recht hoffnungsvoll. Die Erhöhung des Höchstbetrages für Einzahlungen von 1.000 auf 3.000 Mark und die Anhebung der Zinsen von 3,0 auf 3,5 % lassen die Spareinlagen ansteigen. Insgesamt werden jetzt mit einem Personalbestand von 217 Personen insgesamt rund 763.000 Sparbücher mit knapp 400 Millionen Mark Spareinlagen verwaltet.

Zeichnung von Kriegsanleihen

Bald beginnen aber schwere Zeiten. Der Kriegsausbruch im August 1914 führt zunächst zu einem starken Kundenansturm auf die Schalter. Man will sein Geld abheben. Nach wenigen Tagen beruhigt sich aber die Situation und während des Krieges steigt der Einlagenbestand sogar erheblich an. Zudem beteiligen sich die Sparer kräftig an der Zeichnung von Kriegsanleihen, mit denen das Kaiserreich seine Kriegsausgaben zum großen Teil finanziert. In Berlin zeichnen die Sparer insgesamt rund 188 Millionen Mark Kriegsanleihen. Darüber hinaus kauft die Sparkasse selbst von ihren Einlagen 307 Millionen Kriegsanleihen.

Zeit des Wandels

Die Kriegsjahre bringen viele Veränderungen für Kunden und Mitarbeiter. 1915 wird der bargeldlose Zahlungsverkehr eingeführt. Jeder daran teilnehmende Kunde erhält ein Heft mit Zahlungsaufträgen und ein Sparverrechnungsbuch. Das Sparverrechnungsbuch ist vergleichbar mit einem Sparbuch, auch für das Guthaben bekommt man den gleichen Zinssatz. Legt man es in der Sparkasse vor, werden die einzelnen Buchungen nachgetragen. Besonders nutzen es die Kunden für die Ausführung von Daueraufträgen zur Bezahlung von Gas- und Wasserrechnungen, Steuern, Schulgeld und Versicherungsprämien. Auch Barzahlungen an Personen, die kein Konto besitzen, können veranlasst werden. Mitte 1918 sind bereits 2.000 Sparverrechnungskonten mit einem Guthaben von 6 Millionen Mark vorhanden.

Mitarbeiteranzahl wächst

In der Broschüre zur Hundertjahrfeier heißt es weitblickend: „Der Sparverrechnungsverkehr wird auch mit der Zeit der Sparverkehr der Zukunft werden, wenigstens für diejenigen, die einen regen Geldverkehr haben“. Auch das Depotgeschäft entsteht. So nimmt 1916 die Berliner Sparkasse die Verwaltung und Verwahrung von Kriegsanleihen als neuen Geschäftszweig auf und gewährt ab 1917 auch Darlehen gegen die Verpfändung von Kriegsanleihen. Dafür wird eine eigene Abteilung mit 45 Angestellten eingerichtet, die in einem Geschäftshaus in der Gertraudenstraße 1-3 untergebracht ist. Und auch in der Führung der Sparkasse gibt es eine Veränderung. Seit Mitte 1916 steht erstmals statt des Rendanten ein Sparkassendirektor der Sparkasse vor. Der erste Sparkassendirektor wird Landesbankrat a.D. H. Reusch.

Einhundertjahrfeier

Kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs kann die Berliner Sparkasse am 15. Juni 1918 auf einhundert erfolgreiche Jahre zurückblicken. Groß gefeiert wird in diesen Kriegszeiten allerdings nicht. In der Sparkassenzentrale am Mühlendamm findet eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Berliner Sparkasse statt, zu der eine Broschüre mit den Beschreibungen der gezeigten Objekte herausgegeben wird. Zudem wird zum Jubiläum bekanntgegeben, dass zukünftig jedes Berliner Kind bei der Geburt einen Geschenkgutschein für ein Sparkassenbuch über eine Mark und bei mindestens vier lebenden Geschwister über zehn Mark erhält. Diese Einlage bleibt bei Einlösung des Gutscheins auf dem Sparbuch bis zum vierzehnten Lebensjahr gesperrt. Nach dem Krieg wird der Gutscheinbetrag auf drei Mark erhöht.

Entstehung der Sparkasse der Stadt Berlin

Im November 1918 ist der Erste Weltkrieg zu Ende. Der Kaiser dankt ab und die Weimarer Republik wird ausgerufen. Berlin und seine Sparkasse müssen nun die Last der politischen und sozialen Umwälzungen tragen und sich zunehmend auch mit dem Problem der Inflation auseinandersetzen. Zudem ist die Berliner Sparkasse Teil einer großen Verwaltungsreform. 1920 werden die benachbarten Städte und Gemeinden in Berlin eingemeindet und es entsteht Groß-Berlin. Deren Sparkassen fusionieren mit der Berliner Sparkasse zur Sparkasse der Stadt Berlin.

Sie wollen noch mehr über die Geschichte des Sparens erfahren? Dann besuchen Sie bis zum 26. August 2018 die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum, die in Kooperation mit der Berliner Sparkasse entstanden ist.

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