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„Ihr sprecht für die, die nicht mehr sprechen können“

Bereits zum 3. Mal ist am 21. März der Margot-Friedländer-Preis verliehen worden. Und bereits zum 2. Mal bot das Max Liebermann Haus – der Sitz unserer Stiftung Brandenburger Tor – die passende Kulisse für die feierliche Preisverleihung. Preisträger sind in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler der Carl-Bosch-Oberschule in Hermsdorf und des Gottfried-Keller-Gymnasiums in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Der Margot-Friedländer-Preis ist ein Wettbewerb der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa. Schülerinnen und Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe werden aufgerufen, sich in Projekten mit dem Holocaust, seiner Überlieferung und seinen Zeitzeugen auseinanderzusetzen und sich gegen heutige Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen.

Erster Preis 5.000 Euro für „Moving Sculptures“ Carl-Bosch-Oberschule


Etwa 40 Schülerinnen und Schüler, einige von ihnen bereits seit 2013, haben sich in einer klassen- und jahrgangsübergreifenden Arbeitsgemeinschaft mit den Euthanesie-Morden am heutigen Gedenkort „Geschichtslabor“ am Eichborndamm beschäftigt. Zwischen 1941 und 1945 sind an dem Ort in der ehemaligen Städtischen Kindernervenklinik mindestens 81 von 175 behinderten Kindern und Jugendlichen getötet worden.

In einer Lese- und Sprechwerkstatt werden von den Schülern die Biografien der Opfer und Texte zur Geschichte der ehemaligen Kinderklinik erarbeitet. Daraus wird im Laufe der kommenden sechs Monate zusammen mit einem professionellen Schauspieler ein Schauspiel entwickelt, das an verschiedenen Orten in Berlin aufgeführt wird.

Zweiter Preis 1.700 Euro für „Sog nit kejnmol“ Gottfried-Keller-Gymnasium


Die Schüler organisieren die jährliche Gedenkveranstaltung am 9. November am Mahnmal Gleis 17 im Bahnhof Grunewald, der in der Nachbarschaft des Gymnasiums liegt. Von dort starteten in der Nazizeit Züge mit deportierten Juden in Richtung Konzentrationslager. Die Schüler wollen ab diesem Jahr bei der Gedenkveranstaltung einigen jüdischen Menschen gedenken, die während der Nazi-Herrschaft im Umfeld der Schule gelebt haben und ums Leben gekommen sind. Sie recherchieren in Biografien und informieren sich über die Opfer, an die bereits mit einem Stolperstein erinnert wird. Die Schüler möchten die Ergebnisse der ganzen Schule künstlerisch und nachhaltig präsentieren. Der Projektname „Sog nit kejnmol“ bezieht sich auf den Titel eines jiddischen Partisanenliedes von Hirsch Glik.

Eine Jury hat die beiden Projekte ausgewählt, weil sie sich beispielhaft mit dem Gedenken an die Verbrechen an Juden auseinandersetzen und einen wichtigen Beitrag gegen heute aufkeimende rassistische Ideologien leisten. Sie erinnern an das Leid und Schicksal der Opfer und holen diese Aspekte der schrecklichen Zeit wieder in die Gegenwart.

Berührende Worte von Margot Friedländer


Die Liste der Redner war imposant. Angefangen vom Regierenden Bürgermeister und Laudator Michael Müller über André Schmitz-Schwarzkopf (Vorstandsvorsitzender der Stiftung) und Jury-Präsident Dr. Cornelius Grossmann (Ernst & Young) bis hin zu Gastgeber Kai Uwe Peter (Leiter Unternehmensentwicklung bei der Berliner Sparkasse). Sie alle wiesen in ihren Reden daraufhin, die Schreckenszeit der Nazidiktatur nicht zu vergessen und die Werte einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verteidigen. Sehr treffende Worte für die verdienstvolle Projektarbeit der Schülerinnen und Schüler fand die Namensgeberin des Preises, Margot Friedländer: „Wofür ist dieser Preis? Er ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den Ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges: für Euer menschliches Engagement. Ihr macht, was ich seit acht Jahren mache. Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können. Ihr macht dasselbe. Ihr sprecht für tausende unschuldig umgebrachte kleine Menschenkinder, die krank geboren wurden und die man unter der damaligen NS-Regierung nicht für würdig befand, zu leben. Ihr sprecht für sechs Millionen Menschen, Männer, Frauen und Kinder, die man umgebracht hat, nur weil sie Juden waren.“

Fotos: Scharzkopf-Stiftung/Adrian Jankowski

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