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Interview mit den Börsen-Experten der Berliner Sparkasse (3/3)

In den ersten beiden Interviews sprachen die drei Regionalleiter der Berliner Sparkasse Dr. Christian Beyer, Dirk Weichert und Frank Schröter unter anderem über ihre größten Erfolge und größten Misserfolge an der Börse. Im letzten Teil fragen wir nach der Bedeutung von Kurs-Charts und Empfehlungen für junge Broker.

Der DAX stand im Juli, auch aufgrund der Niedrigzinspolitik, bei einem Allzeithoch von über 10.000 Punkten, sank danach aber auch deutlich unter 9.000 Punkte. Wie schätzen Sie die langfristige Entwicklung ein? (Anm. d. Red.: Die Antworten sind nicht als Kaufempfehlungen der Berliner Sparkasse oder der Direktoren aufzufassen.)

Frank Schröter, Regionalleiter Pankow der Berliner Sparkasse,

Herr Schröter: Da sich das konjunkturelle Umfeld hierzulande nicht verändert hat, rechne ich weiterhin mit einem freundlichen Markt. Als Störfeuer sind im Augenblick die politischen Konflikte und damit verbundene Risiken nicht zu vernachlässigen. Die wirtschaftliche Situation in Südeuropa ist ebenfalls ernst, darüber hinaus wird Frankreich zunehmend zum Sorgenkind.

Dr. Beyer: Ich glaube daran, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere Kurssteigerungen sehen werden. Dazu gehören auch kurzfristige Kursschwankungen, die immer wieder zu Dellen führen können. Die unverändert intakte Situation in Deutschland ist aber ein Grund für langfristigen Optimismus: Wir haben nach wie vor Wirtschaftswachstum und gute Unternehmensgewinne und damit gute Voraussetzungen für steigende Börsenkurse. Ein weiterer Grund für meinen Optimismus ist der Mangel an attraktiven Anlagen aufgrund des derzeitig sehr niedrigen Zinsniveaus.

Herr Weichert: Da ich von einem weiterhin niedrigen Zinsniveau ausgehe, glaube ich nicht, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Die Alternativen sind somit in Immobilien und im Aktienmarkt zu suchen und zu finden. Der Anstieg des DAX wird aber, denke ich, moderater ausfallen.

Inwiefern spielen Kurs-Charts eine Rolle für ihre Kaufentscheidungen? Ist das etwas mit dem Sie arbeiten oder halten Sie davon nichts?

Berliner Sparkasse

Dr. Beyer: Hier scheiden sich ja die Geister. Bei mir persönlich spielen Sie eine untergeordnete Rolle. Das liegt auch darin, dass bei mir, wie bereits ausgeführt, nachhaltige und langfristige Anlagen im Vordergrund stehen. Für mich ist es viel wichtiger, mir ein Bild über die Unternehmen zu machen. Dazu schaue ich mir das Kurs-Gewinnverhältnis an und wie das Unternehmen im Markt positioniert ist.

Herr Weichert: Eine Chartanalyse führe ich nicht durch. Durch die lange Erfahrung entdecke ich zwar durchaus Muster mit Wiedererkennungswert – in diesen Fällen lohnt es sich, genauer hinzuschauen oder einem Chart-Analysten Gehör zu schenken. Aber bei meiner langfristigen Ausrichtung mit strukturiertem, strategischem Aufbau für regelmäßiges Sparen agiere ich losgelöst von solchen eher kurzfristigen Analysen.

Herr Schröter: Früher habe ich mich intensiver damit beschäftigt und mir auch ein Buch zur technischen Analyse gekauft. Ich fand das sehr interessant und war im Rahmen der Ausbildung und später ein zweites Mal in der Wertpapierabteilung. Ich muss aber zugeben, dass ich den Mehrwert für mich nicht richtig verstanden habe. Ich weiß aber, dass es viele Händler gibt, die sich damit auskennen, sich fast ausschließlich darauf verlassen und sehr erfolgreich damit sind: Insofern hat die Chart-Analyse auf jeden Fall ihre Berechtigung.

Gibt es eine Buch- oder Filmempfehlung, die Sie jungen Menschen mitgeben wollen, die sich mit dem Thema Börse beschäftigen?

Berliner Sparkasse Weichert 460

Herr Weichert: Die typischen Filme mit Michael Douglas oder „Wolf of Wall Street“ habe ich gesehen. Allerdings würde ich diese nicht unbedingt als Einstieg empfehlen, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema Börse beschäftigen möchte.

Dr. Beyer: Ich empfehle den Film „The Wolf of Wall Street“ aus einem anderen Grund. Der Film macht deutlich, wie gefährlich es ist, wenn Broker aus reinem Gewinnstreben moralische Grundsätze außer Acht lassen. Außerdem wird deutlich, dass jede Medaille zwei Seiten hat und Chance und Risiken gegenüberstehen.

Herr Schröter: Zu Beginn hilft ein Fachbuch, um einfach ein paar Begrifflichkeiten zu klären. Bei der Berliner Sparkasse können sich die jungen Anleger auch Basisinformationshefte besorgen. In diesen wird Vieles zum Thema Börse leicht und funktionsweisend erklärt. Besondere Kennzahlen und die technische Analyse sind nicht so entscheidend – mit Grundbegriffen und einem Grundverständnis für die Mechanismen können junge Anleger einen großen ersten Schritt machen.

Denken wir zum Abschluss noch einmal über das Planspiel Börse hinaus: Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die sich entscheiden, mit echtem Kapital in den Wertpapierhandel einzusteigen?

Dr. Beyer: Die zentrale Aufgabe ist es, die richtigen Titel zu finden. Niemand sollte glauben, das ohne eine intensive Beschäftigung mit dem Thema zu schaffen. Ich empfehle Anlegern daher, auf Aktienfonds zu setzen, die in der Vergangenheit gute Erfolge gehabt haben. Wer Spaß und Zeit hat, das Wirtschaftsgeschehen zu verfolgen, kann natürlich auch mehr selbst entscheiden. Dazu gehört dann vor allem, nicht nur auf Freunde zu hören, sondern sich ein eigenes Bild vom wirtschaftlichen Umfeld und von den konkreten Unternehmen zu machen, in die investiert werden soll. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Expertise der Berater/-innen der Berliner Sparkasse zu nutzen.

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