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Interview mit den Börsen-Experten der Berliner Sparkasse (1/3)

Vor Beginn des Planspiel Börse trafen wir drei Regionalleiter der Berliner Sparkasse, um über deren Erfahrungen an der Börse zu sprechen: Dr. Christian Beyer (Region Zehlendorf), Dirk Weichert (Region Tempelhof/Kreuzberg) und Frank Schröter (Region Pankow/Prenzlauer Berg) erzählen von ihren größten Erfolgen mit Wertpapieren, ihren Strategien und geben Tipps für junge Anleger. Im ersten von drei Teilen verraten unsere Experten, warum sie immer noch mit Leidenschaft dabei sind.

Wie sind Sie zur Börse gekommen?

Frank Schröter, Regionalleiter der Berliner Sparkasse in Pankow/Prenzlauer Berg

Herr Schröter: Durch die Ausbildung bei der Sparkasse, die ich 1988 begonnen habe. Zunächst habe ich das Thema Börse in der Berufsschule kennengelernt und später in der Filiale. Hier habe ich mit meinem Kollegen am Wertpapierplatz gesessen und so die ersten Erfahrungen sammeln dürfen. In der Anfangsphase hieß es: viel zuhören, lesen (zum Beispiel das Handelsblatt), Funktionsweisen verstehen.

Beratungsprozesse waren damals anders, Beratungsprotokolle wie heute gab es noch nicht. Die Berater waren etwas „freestyliger“ unterwegs, es ging noch mehr um deren persönliche Meinung. Heute gibt es eine klare, abgesteckte Hausmeinung, die technisch unterstützt ist. Außerdem wird die Risikobereitschaft der Anleger explizit und individuell ermittelt.

Herr Weichert: Ich bin über meine Oma und die Ausbildung bei der Sparkasse zur Börse gekommen. Meine Oma hat schon in der 60er Jahren, als VW privatisiert wurde, Aktien gekauft und hat bis zu ihrem Tod mit fast 90 Jahren mit Aktien gehandelt. Sie hat immer gesagt, man müsse Aktien haben. Das hat mich wohl beeinflusst und bis heute nicht losgelassen.

Dr. Beyer: Mich persönlich hat das Thema Börse schon immer hochfasziniert. Schon im Alter von 10 oder 12 Jahren hatte ich riesigen Spaß daran, die Börsenkurse zu verfolgen – damals natürlich noch nicht online, sondern in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen. Ich habe mich früh dafür interessiert, warum Aktienkurse steigen oder fallen. Die Faszination hat schließlich dazu geführt, dass ich später selber gerne Börsengeschäfte gemacht habe. Dabei habe ich über viele Jahre hinweg alle Chancen und Risiken, die die Börse biete, selbst durchlebt.

Jetzt sind Wertpapiere auch Ihr Beruf: Ist die Begeisterung noch immer jeden Tag mit dabei?

Dr. Christian Beyer, Regionalleiter der Berliner Sparkasse in Zehlendorf

Dr. Beyer: Die Begeisterung hält bis heute an und ich finde es schön einen Beruf zu haben, in dem ich mich mit dem Thema beschäftigen kann. Wobei ich eine kleine Einschränkung machen muss: Wertpapiere sind nur ein Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit.

Auch nach vielen Jahren der Beschäftigung mit Wertpapieren gilt unverändert,dass Börsenkurse schwer vorhersehbar sind und wir regelmäßig unzutreffende Prognosen erleben. Ich habe mir angewöhnt, die Prognosen der Institute für ein neues Jahr anzusehen und nach Jahresablauf abzugleichen. Viele liegen doch erstaunlich weit daneben. Das verbinde ich aber mit keinem Vorwurf – wir erleben ja sehr viele tagesaktuelle Ereignisse, die sofort große Auswirkungen auf die Kurse haben. Denken Sie nur an die gegenwärtigen weltpolitischen Unruheherde.

Herr Weichert: Ja, gerade in der derzeitigen Phase stellt sich die Begeisterung für die Börse in besonderem Maße dar. Seit vielen Jahren sind die Zinsen nun schon sehr niedrig. Da ich mich auch um meine eigene Altersvorsorge kümmern muss, stelle ich auch privat wieder Aktien und Wertpapiere zusammen – mit der Hoffnung, dass da etwas mehr herauskommt als bei klassischen Anlagen.

Herr Schröter: Die Leidenschaft ist noch da, wenn auch ein bisschen eingeschränkter, weil ich selbst nicht mehr aktiv im Kundengeschäft bin. Ich freue mich aber jedes Jahr auf das Aktienforum, das jedes Jahr als Kundenveranstaltung stattfindet, auf der ich Unternehmen live erleben kann. Privat ist die Begeisterung für die Börse auf jeden Fall noch genauso vorhanden.

Sie handeln also auch privat mit Wertpapieren. Was war denn das beste Börsengeschäft Ihres Lebens?

Dirk Weichert: Regionalleiter der Berliner Sparkasse in Tempelhof/Kreuzberg

Herr Weichert: Das war Mitte der 90er Jahre, als ich gerade angefangen hatte, mit einer Kollegin an der damaligen Deutschen Terminbörse zu investieren. Wir haben hier auf den französischen Aktienindex spekuliert und innerhalb von 14 Tagen 200 oder 300 Prozent Zuwachs erzielt. Allerdings haben wir nicht so viel investiert, sonst würde ich heute vielleicht nicht mehr hier sitzen (lacht). Das war glaube ich das Beste, was wir jemals gemacht haben, auch wenn es in dem konkreten Fall natürlich auch mit Glück zu tun hatte, zur richtigen Zeit aufs richtige Pferd zu setzen.

Dr. Beyer: Das beste Börsengeschäft meines Lebens war vor etwa 20 Jahren ein Optionsschein, den ich in der Erwartung eines steigenden Dollarkurses gekauft hatte. Der Gewinn lag nach wenigen Monaten bei 700 Prozent. Leider war der Betrag nicht so hoch, dass ich nun finanziell ausgesorgt habe (lacht).

Herr Schröter: Das war auch eine Option, ein Call auf den Dax. Der hat sich dann verdoppelt. Der einzige Nachteil war, dass der Kapitaleinsatz nicht so hoch war. Prozentual war es eine Verdopplung, aber in absoluten Zahlen war das kein großer Hit: da konnte ich keinen großen Sprung machen.

 

Zum Abschluss des ersten Teils unserer Interviews hat Herr Schröter noch einen Tipp für die Teilnehmer am Planspiel Börse:

Das Wichtigste für die Schüler ist, innerhalb des Teams zu diskutieren und sich mit der Börse zu beschäftigen. Welche Grundüberlegungen und Szenarien hat man, welche Folgen können sich daraus ergeben? Von der Jugend wird Apple immer gerne beobachtet: Welche Folge hat das iPhone 6 auf die Aktien? Hier gibt es viele Meinungen. Beim Planspiel Börse können die Schüler es selbst ausprobieren und die Funktionsweisen auf dem Markt erkennen. Das gilt natürlich auch für andere Branchen. Zum Beispiel wird es sehr spannend sein, wie die Ergebnisse des Stresstests für Banken den Markt beeinflussen.

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