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Kirchensteuer auf Kapitalerträge: Das ändert sich 2015

Ab 2015 wird sich das Verfahren ändern, nach dem die Kirchensteuer auf Kapitalerträge an das Finanzamt abgeführt wird. Lesen Sie hier, was das für Sie bedeutet.

Wie alle Finanzdienstleister müssen auch wir die 25%ige Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Veräußerungs- und Einlösungsgewinne) direkt einbehalten und an das Finanzamt überweisen. Aber ist mit dieser Abgeltungsteuer tatsächlich alles abgegolten? Nicht, wenn Sie Mitglied einer Kirchensteuer erhebenden Religionsgemeinschaft sind. Dann wird auf Ihre Kapitaleinkünfte nämlich auch Kirchensteuer fällig.

So hat das bisher funktioniert

Bislang können Sie Ihrer Kirchensteuerpflicht im Zusammenhang mit Ihren Kapitalerträgen auf zweierlei Art nachkommen: Entweder Sie haben uns Ihre Konfession mitgeteilt und uns beauftragt, die Kirchensteuer zusammen mit der Abgeltungsteuer einzubehalten und abzuführen. Oder Sie haben Ihre Kapitaleinnahmen und die einbehaltene Abgeltungsteuer in Ihrer Einkommensteuererklärung angegeben, damit die Kirchensteuer im Veranlagungsverfahren vom Finanzamt erhoben werden kann. So oder so: Sie mussten selbst aktiv werden.

Bald wird es einfacher für Sie

Ab 2015 sind Finanzdienstleister verpflichtet, die Kirchensteuer auf die abgeltend besteuerten Kapitalerträge einzubehalten und abzuführen. Damit wir das für Sie erledigen können, fragen wir jährlich zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober beim Bundeszentralamt für Steuern nach, ob Sie kirchensteuerpflichtig sind. Das Bundeszentralamt teilt uns daraufhin Ihre Konfessionszugehörigkeit und den für Sie geltenden Steuersatz (sog. Kirchensteuerabzugsmerkmal) mit.

Die erste derartige Abfrage wird zwischen 1. September und 31. Oktober 2014 durchgeführt. Auf der Basis der hierbei gewonnenen Informationen wird dann die Kirchensteuer auf Kapitalerträge, die im Jahr 2015 anfällt, einbehalten und abgeführt.

Diese Handlungsmöglichkeiten haben Sie

Sollten Sie mit diesem Verfahren einverstanden sein, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Sie haben dann die Gewissheit, dass nicht nur die Abgeltungsteuer, sondern auch die Kirchensteuer auf Ihre Kapitaleinkünfte korrekt berechnet und bezahlt wird. Wenn Sie nicht möchten, dass wir Ihr Kirchensteuerabzugsmerkmal erfahren, müssen Sie bis 30. Juni 2014 beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen, dass dort ein sog. Sperrvermerk eingetragen wird. Dieser Sperrvermerk gilt dann so lange für die Abfragen aller Finanzdienstleister, bis Sie ihn löschen lassen. Sie können einen Sperrvermerk auch später beantragen – immer bis zum 30. Juni mit Wirkung ab dem jeweils nächsten Jahr.

Wenn Sie diesen Sperrvermerk eintragen lassen, muss das Bundeszentralamt für Steuern das zuständige Finanzamt informieren. Ihr Finanzamt ist gesetzlich gehalten, Sie wegen Ihrer Sperre zur Abgabe einer Kirchensteuererklärung aufzufordern.

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