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Mehr Anteile behalten: Series A mit einem Kredit aufstocken

von Tanya Zlateva am 16. September 2017

Jeder Gründer möchte bei einer Finanzierungsrunde möglichst wenige Anteile abgeben. Denn mehr eigene Anteile bedeuten mehr Kontrolle jetzt, mehr Flexibilität bei der nächsten Runde und mehr Geld in der Zukunft.

Mit einem Bankkredit bekommt ihr Liquidität ohne zusätzliche Verwässerung. Kaum eine Bank wird für ein Start-up eine komplette Finanzierungsrunde mit einem Kredit darstellen können. Aber für einen Teil des benötigten Geldes lohnt es sich schon einmal bei eurer Bank oder Sparkasse anzuklopfen. Denn wenn Investoren den größeren Teil der Runde übernehmen, fühlt sich auch der Banker mit einem Start-up wohl.

Doch was macht ein Start-up aus Sicht einer Bank für einen Kredit attraktiv? Und in welchen Fällen müsst ihr wahrscheinlich mit einer Ablehnung rechnen? Wie bereitet man eine Kreditanfrage gut vor?

Finanzierung mit Blick auf die Zukunft

Von anderen Gründern oder Investoren habt ihr es sicher schon gehört: Als Start-up braucht ihr bei Banken gar nicht erst nach Kredit zu fragen. Aber ist das wirklich richtig?

Es ist ein Fakt, dass für die Kreditentscheidung einer Bank Jahresabschlüsse und andere Zahlen aus der Vergangenheit eine zentrale Rolle spielen. Als neu gegründetes Start-up habt ihr dagegen vielleicht gerade einmal ein Rumpfgeschäftsjahr hinter euch. Und das ohne jegliche Umsätze und mit erheblichen Kosten. Auch ist es so, dass Banken für einen Kredit handfeste Sicherheiten wie zum Beispiel eine unbelastete Immobilie oder ein Aktiendepot verlangen – was Gründer in den seltensten Fällen vorweisen können.

Daher braucht ihr in der Bank einen Ansprechpartner, der mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit schaut und sich mit Förderkrediten und öffentlichen Sicherheiten auskennt. Typischerweise sind das die Gründungsspezialisten einer Bank, welche eine Finanzierung auf den Businessplan und den persönlichen Eindruck abstellen und dazu staatliche Kreditprogramme verwenden.

Allerdings kommt es nicht nur darauf an, dass ihr eine überzeugende Story vorzuweisen habt. Auch wofür ihr das Geld braucht, ist für eine Kreditfinanzierung relevant.

Kredit für langfristige Investitionen

Als erstes geben Banken gern Geld für langfristige Investitionen. Also alles wie zum Beispiel Laptops, Server, Drucker, Möbel und andere Büroausstattung, Fahrzeuge, Maschinen oder Laborgeräte. Diese Dinge finden sich in der Bilanz auf der Aktivseite wieder und werden im besten Fall in ähnlicher Zeit abgeschrieben wie der Kredit zurückgezahlt wird. In gewissem Umfang haben fast alle Start-ups solche Anschaffungen. Allerdings sind Investitionen in bedeutender Höhe eher die Ausnahme als die Regel, zum Beispiel bei Hardware-Start-ups, die selbst produzieren, oder wenn ihr auf einmal Hardware für etliche Neueinstellungen benötigt.

Kredit für Working Capital

Ein weiteres Feld, das sich gut für eine Bankfinanzierung eignet, ist das Working Capital. Für erteilte Bestellungen oder Aufträge müssen Unternehmer Liquidität einige Wochen oder Monate vorher aufbringen, bevor sie schließlich selbst bezahlt werden. Diese Auftrag- oder Warenvorfinanzierung ist für Banken attraktiv, da entsprechende Geldeingänge kurzfristig abzusehen sind. Die Finanzierung von Working Capital ist typischerweise für Start-ups relevant, die physische Produkte verkaufen. Also beispielsweise Food-Start-ups, Hardware-Start-ups oder andere e-Commerce-Start-ups. Aber auch direkt mit einem Auftrag verbundene Dienstleistungen können so vorfinanziert werden. Zum Beispiel, wenn euer Start-up lokale Dienstleister wie Handwerker beauftragt, die Rechnung für euren Kunden aber erst nach vollständig erbrachter Leistung fällig wird.

Die Höhe einer Vorfinanzierung orientiert sich üblicherweise an den tatsächlichen oder in naher Zukunft zu erwartenden Bestellungen oder Aufträgen.

Keinen Kredit für laufende Verluste

Für einen bei Start-ups so entscheidenden Posten gibt es allerdings grundsätzlich keinen Kredit: für die Deckung der laufenden Verluste. Also jegliche laufende Kosten für Personal, Marketing, Miete, Versicherungen, Reisen, Beratung, Anwälte und so weiter, die noch nicht von den Umsätzen gedeckt werden. Banken scheuen sich aus zwei Gründen, dafür einen Kredit zu vergeben. Erstens sind diese Kosten risikobehaftet, denn es stehen ihnen keine ausreichenden Einnahmen gegenüber. Das zweite Problem ist: Wenn ihr das Geld ausgegeben habt, der Kredit aber noch in voller Höhe besteht, dann ergibt sich auf der Passivseite der Bilanz negatives Eigenkapital. Daher gilt der Grundsatz, dass für laufende Verluste Eigenkapital erforderlich ist.

Ein reines SaaS (Software as Service) Start-up wird es somit leider schwer haben, passende Posten zu finden, die sich für eine Kreditfinanzierung eignen. Bei diesem – wie auch bei vielen anderen Geschäftsmodellen von Start-ups – sind die ausschlaggebenden Posten in der Finanzplanung nun einmal die Personalkosten und das Marketing.

Die Lösung – Finanzierungsrunde mit Kredit aufstocken

In der Praxis ist zum Glück alles nicht so schwarz oder weiß. Ein Erfolgsmodell ist daher, eine Finanzierungsrunde mit einem Bankkredit aufzustocken. In fast jeder Finanzplanung lassen sich Punkte finden, die eine Bank als kreditfinanzierbar bewertet. Und je höher der Anteil der Investoren und dementsprechend kleiner der Kreditanteil, desto weniger riskant ist das Geschäft für die Bank.

Ein Beispiel ist an dieser Stelle sicher sinnvoll. Ihr wollt für euer weiteres Wachstum insgesamt zwei Millionen Euro aufnehmen. Davon sind rund eine halbe Million für echte Investitionen und Working Capital, und die restlichen 1,5 Millionen für laufende Kosten wie Personal, Marketing, Miete usw. Gleichzeitig mit dem Beginn der Suche nach Investoren – also mindestens rund vier Monate bevor ihr das Geld braucht – sprecht ihr eine start-up-freundliche Bank an, die sich mit Förderkrediten auskennt. Von ihr wollt ihr eine Zusage für die halbe Million Euro. Die Bank und das Förderinstitut treffen die Kreditentscheidung unter der Bedingung, dass ihr die verbleibenden 1,5 Millionen von Investoren auftreibt. Das dauert normalerweise rund zwei Monate.

Mit dieser verbindlichen Zusage habt ihr es dann auch bei den Investoren einfacher, da der Kredit ihr Investment hebelt. Ihr müsst für diesen Betrag keine Anteile abgeben. Gleichzeitig seid ihr für den kreditfinanzierten Anteil der Runde allerdings persönlich verbürgt.

Voraussetzungen für Kredit als Start-up

Die Series A ist ein guter Zeitpunkt, ab dem ein Kredit für beide Seiten Sinn machen kann. Das Produkt ist dann üblicherweise fertig, erste Umsätze sind nachweisbar und funktionierende Vertriebskanäle identifiziert. Das Risiko ist für Bank und Gründer somit halbwegs einschätzbar.

Start-up-Team_klein

Damit es mit dem Kredit klappt, sollte eure Finanzplanung zeigen, dass ihr das Unternehmen in höchstens 18 Monaten in die Profitabilität führen könnt. Dabei solltet ihr auf keine weitere Finanzierungsrunde angewiesen sein. Die Bank nennt das eine geschlossene Gesamtfinanzierung. Trotzdem könnt ihr natürlich auch in Zukunft Geld aufnehmen, nur soll euer Überleben nicht davon abhängen.

Checkliste: Unterlagen für den Kreditantrag

Und damit ihr eure Kreditanträge gut vorbereitet hier noch eine Übersicht der Unterlagen, die ihr für einen sauberen Kreditantrag einreichen solltet, in einer Checkliste zusammengefasst.

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