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„Menschen sollen nie wieder das erleben, was ich erlebt habe“

eingestellt von Tanya Zlateva am 21. März 2018



„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“. Dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker begleitete die Preisverleihung des erstmals bundesweit ausgetragenen Margot-Friedländer-Preises „Zukunft des Erinnerns“ am 6. März. Bereits zum 3. Mal bot das Max Liebermann Haus – der Sitz unserer Stiftung Brandenburger Tor – die passende Kulisse für die Siegerehrung. Ausgezeichnet wurden Projekte aus der Joseph-Carlebach-Schule Hamburg, der Nibelungen-Realschule Braunschweig und der Oberschule „An der Mulde“ Rochlitz. Etwa 90 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet und aus allen Schularten waren eingereicht worden.

Die Veranstaltung war nicht nur feierlich, sondern auch voller persönlicher Aspekte. Insbesondere den Schülerinnen und Schülern merkte man die Aufgeregtheit und Nervosität an. Kein Wunder, denn für viele wird der Preis eine der wichtigsten Auszeichnungen ihres Lebens sein.

Der Preis unterstützt die Jugendlichen, damit sie die teils sehr aufwendigen und zeitintensiven Projekte durchführen und abschließen können. Aber noch wichtiger ist folgende Aussage eines Preisträgers: „Man darf den Holocaust niemals vergessen und das sollten die nachfolgenden Generation wissen.“ Das Nichtvergessen soll mit den Projekten weitergetragen werden.

Die Preisträger

1. Preis und 5.000 Euro: Joseph-Carlebach-Schule: Unter dem Motto „Nur gemeinsam geht Erinnern – Begegnen – Respektieren“ entwickeln Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse eine App, mit der die ehemalige Bornplatzsynagoge mit einer Virtual Reality Brille besichtigt werden kann.

2. Preis und 1.000 Euro:
Im Projekt „Die Sinti in Braunschweig gestern, heute und morgen“ begleiten Schüler der Nibelungen-Realschule in einem Interview- und Rechercheprojekt die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Deportation der Braunschweiger Sinti.

3. Preis und 600 Euro:
„Nie wieder! Never Again!“, lautet der Projekttitel der Oberschule an der Mulde. 10 Jugendliche aus Haupt- und Realschulklassen erstellen eine Zeitung zum jüdischen Leben während und nach dem Holocaust.

Laudatio des Bundestagspräsidenten

Mit dem Margot-Friedländer-Preis werden seit 2014 Jugendliche und Auszubildende aufgerufen, sich mit dem Holocaust, seiner Überlieferung und Zeugenschaft in interaktiven Projekten auseinanderzusetzen. Und sich darüber hinaus gegen jegliche Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen.

Darauf verwies auch Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble in seiner Laudatio. Nach seinen Worten ist die zivildemokratische gesellschaftliche Ordnung kein Selbstverständnis, sie müsse ständig neu gelebt werden, das solle jedem Demokraten bewusst sein. Daher ist der Margot-Friedländer-Preis ein sehr gutes Beispiel, junge Menschen zu ermutigen, sich für Geschichte zu interessieren und sichtbare Zeichen gegen das Vergessen der Greueltaten in der Naziherrschaft zu setzen.

Das Schlusswort gehörte der Namensgeberin des Preises, Margot Friedländer: „Menschen sollen nie wieder das erleben, was ich erlebt habe. Dieser Preis ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den Ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges, für Euer menschliches Engagement.“

Margot Friedländer

Margot Friedländer, geboren am 5. November 1921 in Berlin, ist Überlebende des Holocaust. 1943 floh sie vor den Nazis und lebte mehr als 50 Jahre in den USA. 2010 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und tritt seitdem als Zeitzeugin regelmäßig unter anderem in Schulen auf. Margot Friedländer erhielt am 9. November 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die Schwarzkopf Stiftung

Die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa arbeitet seit 1971 mit Leidenschaft daran, junge Menschen für Politik zu interessieren und für den europäischen Einigungsprozess zu begeistern. Die Berliner Sparkasse unterstützt die Werte und Ziele der Stiftung. So stellt sie als Kooperationspartner des Margot-Friedländer-Preises zum Beispiel das Max Liebermann Haus für die Preisverleihung zur Verfügung. Ein passender Ort, denn dort hat schon immer ein reger Austausch der Berliner Gesellschaft zu Demokratie, Freiheit, Frieden und Toleranz stattgefunden.

Weitere Informationen zum Margot-Friedländer-Preis und der Schwarzkopf Stiftung gibt es hier.

Fotos: Schwarzkopf Stiftung

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