Berliner Sparkasse  

Motivation ist ihre Triebfeder

von Tanya Zlateva am in Azubi-Blog, KarriereKommentieren

Mit Julia Brandt startete die Berliner Sparkasse ein Pilotprojekt im Ausbildungssektor, das nun etabliert wird: Auszubildende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen können bei Bedarf nach erfolgreicher Probezeit ihre Ausbildung in Teilzeit mit mindestens 30 Stunden pro Praxiswoche absolvieren.

Als Julia Brandt Anfang 2015 zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, wusste sie, dass sich hier für sie eine einmalige Chance für ihren gewünschten beruflichen Neustart bot. „Ich hatte schon immer viel Spaß im Umgang mit Menschen und gleichzeitig eine hohe Affinität zu Zahlen. Das war der Grund, warum ich im zweiten Schritt eine Banklehre absolvieren wollte“, sagt die 29-jährige Mutter von zwei Kindern. Da sie aber auch an Pferden ein großes Interesse hatte, arbeitete sie zunächst als Reitlehrerin und Pferdephysiotherapeutin. Erst später entschied sie sich endgültig für einen Beruf als Bankkauffrau.

„Auf uns wirkte Frau Brandt kontaktfreudig, sympathisch und hochmotiviert“, erinnert sich Inci Cikik, Ausbildungsleiterin der Berliner Sparkasse. Julia Brandts Alter und die Tatsache, dass sie zu Ausbildungsbeginn schon zwei Kinder hatte, waren ein zusätzlicher Grund, ihr Vertrauen zu schenken und eine Ausbildungsstelle anzubieten. „Wir haben bislang gute Erfahrungen mit Müttern und Väter in der Ausbildung gemacht. Sie haben in der Regel ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein und nehmen ihren Job sehr ernst“, erklärt Cikik.

Eigene Fähigkeiten richtig einschätzen

Doch der Alltag mit zwei Kindern ist zeitintensiv in der Organisation und mit einer Vollzeitstelle nur mit einem hohen Stressfaktor zu meistern. So bat die zweifache Mutter nach etwa einem halben Jahr ihrer Ausbildung um verkürzte Arbeitszeiten. „Die Idee fanden wir plausibel und wir wollten Frau Brandt die Chance geben, in der ihr möglichen Zeit die Ausbildung zu absolvieren“, sagt Christine Otto, die zuständige Ausbilderin. Hierfür mussten jedoch erst einmal Rechtsgrundlagen geprüft, der Vertrag entsprechend angepasst und mit der IHK Rücksprache gehalten werden. Seitens der IHK gibt es die grundlegende Möglichkeit die Praxiswochen zu verkürzen, die Berufsschulwochen müssen jedoch in der dafür vorgesehenen Zeit absolviert werden. Doch in zu stark verkürzter Zeit lässt sich die Ausbildung nicht gewissenhaft absolvieren, weshalb man sich zu Beginn des Pilotprojekts für eine geringe Reduzierung entschied.

So arbeitete Julia Brandt in den ersten Monaten der Teilzeitausbildung 34 Stunden wöchentlich. Im Laufe der Ausbildung wurden die Arbeitsstunden in der Praxiswoche auf 30 Stunden reduziert. „Das hat super geklappt. Ich habe in der verkürzten Arbeitszeit deutlich effektiver gearbeitet, denn der Druck war raus und ich konnte mich besser konzentrieren“, so Brandt. Die gesamte Belegschaft in ihrer Ausbildungsfiliale im Einkaufs-Center Eastgate nahm ihren Wunsch nach verkürzten Arbeitszeiten wohlwollend auf und stand ihr unterstützend zur Seite. „Auch meine Filial-Leitung Frau Jaehnke hat mich dabei von Anfang an unterstützt.“

„Wenn ich etwas mache, mach ich es richtig!“

Einfach ist eine Ausbildung in verkürzter Form nicht, denn der zu lernende Stoff muss in wesentlich weniger Zeit gelernt werden. Dies erfordert Disziplin und Ausdauer. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Für mich kam eine verlängerte Ausbildungszeit aufgrund der Teilzeitausbildung nicht in Frage, denn das hätte die anstrengende Zeit nur verlängert“, erklärt Brandt. Daher nutzte sie jedes verfügbares Zeitfenster, das sich ihr bot und lernte oft in den Abendstunden und am Wochenende. Für ihre IHK-Prüfung, die sie im November schreibt, nimmt sie sich extra Urlaub und investiert während der Schulzeiten einmal wöchentlich Zeit, um sich mit einer Lerngruppe zu treffen. „Lernen ist mir noch nie schwer gefallen und mein Wunsch war es, übernommen zu werden, um in der Kredit- und Risikobetreuung der Berliner Sparkasse zu arbeiten“, sagt Brandt.

Ein Engagement, das sich gelohnt hat: Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen erhält sie nach Ende der Ausbildung im Januar 2017 eine unbefristete Übernahme in ihren Wunschbereich. „Ich bin meinem Arbeitgeber sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, meine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren und somit die Gelegenheit hatte Ausbildung und Kinderbetreuung in Einklang zu bringen“, freut sich Julia Brandt.

Aus Pilotprojekt wird gängiges Arbeitszeitmodell

Doch Julia Brandt hat noch mehr über ihre Ausbildung hinaus geschafft. Mit ihrer Leistung bei dem Pilotprojekt überzeugte sie die Berliner Sparkasse, auch künftig Auszubildenden dieselbe Option anzubieten, sofern sie sich das zutrauen. „Wir bieten künftig ein Arbeitszeitmodell an, bei dem die Stundenzahl wie bei Frau Brandt reduziert werden kann“, sagt Cikik. Wer merkt, dass die Zeit doch zu knapp zum Erlernen des Ausbildungsstoffs ist, kann unter bestimmten gesetzlichen Rahmenbedingungen die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verlängern oder die Stundenanzahl wieder nach oben anpassen. Geeignet ist dieses Modell vor allem für Auszubildende mit Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen, die ein sehr engmaschiges Zeitfenster haben und die notwendige Disziplin mitbringen.

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