Berliner Sparkasse  

„Partner der Schulen“: Interview mit Ingo Germolus

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Neben dem Planspiel Börse leistet die Berliner Sparkasse mit zahlreichen weiteren Angeboten ihren Beitrag zur finanziellen Bildung der jungen Generation. Mit Ingo Germolus, Leiter der Region Mitte, haben wir übers Sparen, Schulbesuche und Sportfeste gesprochen.

Junge Menschen sparen überdurchschnittlich viel“ und „Junge Leute haben Spaß an der Geldanlage“ titelte im Sommer die Berliner Zeitung mit Hinweis auf aktuelle Studien und Umfragen. Können Sie diesen Trend auch aus eigenen Erfahrungen bestätigen, Herr Germolus?

Durchaus. Gespart wird vor allem für Führerschein, Auto, Reise oder Elektronik. In den letzten Jahren habe ich mich auf den Siegerehrungen zum Planspiel Börse mit den Schülerinnen und Schülern unterhalten. Ich erinnere mich gut an einen Schüler, der zu mir sagte: „Wir sind so erfolgreich gewesen, weil wir uns gut auskennen. Meine Eltern sparen Monat für Monat in Aktien für mich.“ Das Fondssparen mit der Berliner Sparkasse geht schon mit 25 Euro pro Monat. Mit Aktienfonds liegen die Vorteile regelmäßigen Sparens praktisch auf der Hand: Marktschwächen ausnutzen, von steigenden Kursen ebenso profitieren.

Das Planspiel Börse hilft also, mehr über das Sparen zu lernen?

Ein häufiges Ziel des Sparens besteht darin, sich später Wünsche zu erfüllen. Das Planspiel Börse ist dann eine Möglichkeit, zu lernen: Wie kann ich mein Geld in den Wirtschaftskreislauf und in Unternehmen einbinden, um so weitere Erträge zu erwirtschaften. Erträge, mit denen ich langfristige Pläne umsetzen kann.

Was sollten unsere Schülerinnen und Schüler aus dem Planspiel Börse noch mitnehmen?

Da das Spiel fiktiv ist, ermöglicht es eine ungezwungene Heranführung an das Thema Börse. Am Anfang wirkt sie auf viele noch völlig nebulös. Die jungen Menschen erkennen aber schnell, wie die Börse im Grundsatz funktioniert. Außerdem lernen sie, welche Risiken es gibt und dass man diese kontrollieren kann. Gerade bei ersten negativen Erfahrungen, können sich unsere jungen Broker verschiedene Fragen stellen: Habe ich Informationen zu wenig beachtet? Oder war diese Entwicklung schwer vorherzusehen? Während unbedachte Entscheidungen im wahren Leben teure, schmerzhafte Erfahrungen bedeuten können, bietet das Planspiel Börse eine andere Entspanntheit, in der die Lust aufs Sparen und Anlegen entwickelt werden kann.

Das Planspiel ist für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse konzipiert. Bis dahin haben die meisten Teilnehmer schon auf anderen Wegen gespart.

Mit Sicherheit. Und das finden wir auch gut. Den Spargedanken tragen wir als Sparkasse schon im Namen und engagieren uns für eine frühzeitige finanzielle Bildung. Ich möchte hier beispielhaft den Weltspartag am 30. Oktober beschreiben: An diesem jährlichen Aktionstag der Sparkassen können Kinder mit ihrem Ersparten aus dem Sparschwein zu uns kommen und erleben, wie der Transfer von ausgezähltem Bargeld funktioniert. Auf einem kleinen Zählbrett kommen zum Beispiel 30 Euro und ein paar Cent zusammen, die dann auf dem Startkonto gutgeschrieben werden. Kleine Geschenke und natürlich Zinsen für den eingezahlten Inhalt der Spardose gibt es im Aktionszeitraum auch noch dazu. Am Weltspartag veranstaltet die Berliner Sparkasse dann traditionell ein Fest für die jüngsten Sparer mit Spiel- und Bastelangeboten an verschiedenen Standorten.

Können Sie einschätzen, welche Beziehung Kinder zum Thema Geld haben?

weltspartag_sparschweinDas ist in jedem Fall sehr unterschiedlich. Ich erinnere mich an den Weltspartag 2014, in dessen Vorfeld wir eine Malaktion ins Leben gerufen haben: Berliner Kids bis 12 Jahren sollten uns ein Bild zum Thema „Sparen und Wünsche erfüllen“ malen. Wir haben gefragt: Worauf sparst du? Welche Wünsche möchtest du dir erfüllen? Ich fand es sehr berührend, was den Kindern zum Thema eingefallen ist, von Haustieren über ein Schneefahrzeug bis hin zu einem eigenen Baumhaus. Aus der Malsituation heraus wurden viele Fragen gestellt, wie uns die Erzieher und Lehrer damals berichtet haben. Offene Fragen wurden dann beim Weltspartag von den Mitarbeitern der Berliner Sparkasse beantwortet. Spätestens hier haben wir erkannt, dass selbst Kleinkindern beim Thema Geld schon einiges durch den Kopf geht. Zum Beispiel haben wir gesehen, dass der Umgang mit Bargeld nicht mehr so vermittelt wird, wie wir es früher noch kennengelernt haben – insbesondere, wenn die Eltern immer weniger mit Bargeld arbeiten.

Einbringen will sich die Berliner Sparkasse auch in den Schulen. Wie funktioniert das?

Es besteht das Angebot, dass unsere Berater und Experten zum Beispiel eine Unterrichtsstunde begleiten. Dazu fragen wir die Klassen im Vorfeld, ob es spezielle Fragen gibt, die sie beschäftigen. Klassische Fragen sind: Wie kann ich Geld investieren? Was kann ich davon erwarten? Welche Zuwächse gibt es? Wir stellen dann die verschiedenen Kontenarten vor und zeigen altersgerechte Möglichkeiten auf. Die Jüngeren fragen oft, wie sich eine Einzahlung vom Sparschwein aufs Konto auswirkt. Zinsen sind somit immer ein Thema.

Für die Schülerinnen und Schüler sicher eine belebende Abwechslung zum normalen Unterricht mit dem Lehrer.

Das denke ich auch. Wenn das Thema Wirtschaft aufkommt, dann kommt schnell die Frage: Wer kümmert sich um mein Geld? Bei Geld geht es dann eben nicht nur ums Rechnen und Mathematik. Wir achten darauf, dass Berater an die Schulen kommen, die die Sprache der Schülerinnen und Schüler kennen und sich in deren Lage hineinversetzen können. Das sind meistens junge Kollegen oder diejenige, die selbst Kinder im Schulalter haben.

Bei höheren Klassenstufen ändert sich wahrscheinlich auch der Inhalt einer Unterrichtsstunde mit der Berliner Sparkasse?

Planspiel BörseJa, klar. Mit den gestellten Fragen ändert sich die Dynamik einer solchen Stunde. In den Oberschulen kommen beispielsweise häufiger Fragen zum Euro: In dieses umfangreiche Gebiet tauchen wir mit Prognosen und Einschätzungen gern einmal tiefer ein. Außerdem haben die Oberschüler, auch durchs Planspiel Börse, größeres Interesse an den Möglichkeiten, die die Investitionen in Wertpapiere bereithalten. Diese erörtern wir gerne und weisen darauf hin, dass die persönliche Beratung beim Handel eine enorm wichtige Rolle einnimmt: Ohne sie können nicht nur junge Menschen die möglichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht realistisch einschätzen.

Die Schüler können also jede Menge lernen. Bekommen Sie auch Feedback von den Beratern, wenn diese aus den Schulen zurückkehren?

Darauf legen wir in der Tat großen Wert. Weil uns interessiert, was die junge Generation beschäftigt. Unsere Berater berichten uns immer wieder, dass das Thema Bargeld für junge Leute sehr wichtig ist. Besonders, wenn sie abends unterwegs sind, im Kino oder in den Clubs. Die Berliner Sparkasse genießt hierbei einen großen Vorteil – die flächendeckende Bargeld-Versorgung durch unsere Automaten.

Was passiert nach dem Schulbesuch?

Ein Grundverständnis von Wirtschaft macht das Leben leichter. Daher beschränken wir unseren Beitrag zur finanziellen Bildung nicht auf die Theorie: Oft endet ein Schulbesuch mit der Einladung, einmal einen Standort der Berliner Sparkasse zu besuchen. Vor Ort können Schülerinnen und Schüler erkennen, wie unsere Seite des gemeinsamen Umgangs mit Geld aussieht. Je nach Alter der Schüler können dann auch die Themen Berufsorientierung oder Praktika angegangen werden.

Und dazu gehört gewiss ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Geld.

Genau. Das Ziel der Beratung ist es, die vielen Möglichkeiten im Leben zu sortieren. Unsere Jugendlichen haben ja tolle Wünsche, Ziele und Pläne. Aber wie kann ich mein erstes selbstverdientes Geld nutzen, um mein Leben zu gestalten? Wir möchten mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen und anhand einer einfachen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zeigen, ob beispielsweise vom Azubigehalt etwas überbleibt, das für einen späteren Wunsch zurückgelegt werden kann.

Mit dem Programm „Partner der Schulen“ engagiert sich die Berliner Sparkasse nicht nur für die finanzielle Bildung, sondern unterstützt auch Sportfeste und andere Aktivitäten. Worin liegt hier der Antrieb?

Die Berliner Sparkasse gehört ganz unverbrüchlich zu Berlin. Und was macht Berlin aus? Die Menschen, die hier leben. Da das Geld in Schulen und Vereinen meist knapp ist, geben wir hier gerne einen kleinen Teil an die Stadt zurück. Die Berliner Sparkasse lebt schließlich von den Berlinerinnen und Berlinern. Aber wir wollen uns nicht nur mit einem Scheck, sondern auch mit unserer Zeit einbringen. Daher sind unsere Berater meistens direkt vor Ort und sprechen immer wieder die Einladung aus, dass sie für die Themen des Lebens zur Verfügung stehen.

Zum Abschluss wollen wir noch über die Bildungsinitiative CidS! gGmbH sprechen, deren Hauptsponsor die Berliner Sparkasse ist. Worum geht es hier?

Die Abkürzung CidS steht für „Computer in die Schulen“ und genau das tun wir: Wir statten unter anderem komplette Klassen mit diesem heutzutage ganz wichtigen Lernmittel aus. Unheimlich viele Aufgaben werden mittlerweile über den PC abgewickelt, der zusätzlich eine Verbindung zur Welt herstellt. Große Teile des Umgangs mit Geld werden hier ebenso abgebildet, zum Beispiel mit Online-Banking und Online-Shops. Da Schulunterricht praxisnah und zeitgemäß ablaufen soll, gehören Computer heute dazu. Das hat die Berliner Sparkasse schon vor vielen Jahren erkannt und daher CidS initiiert.

Wir danken recht herzlich fürs Gespräch, Herr Germolus!

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