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Umdenken

eingestellt von Christian Seifert am 16. Oktober 2018 | Kategorie: Gut für Berlin

Berlin atmet Vielfalt: Jahr für Jahr zieht die Hauptstadt Menschen aus aller Welt an. Hier spricht und lebt man international, hier arbeitet man gemeinsam an innovativen Projekten und Visionen. In dieser dynamischen Tradition steht S27 – Kunst und Bildung, der erste Träger des Roman Herzog Preises.

S27 ist experimentelle Künstlerwerkstatt und internationale Begegnungsstätte zugleich: In der Schlesischen Straße 27, im multikulturell geprägten Stadtteil Kreuzberg, nehmen jährlich über 2.000 Kinder und Jugendliche an Kursen, Projekten und Veranstaltungen teil. Ob Berliner Schulklassen, Geflüchtete oder internationale Künstler: S27 bringt junge Menschen zusammen und fördert den Austausch sowie das gemeinsame kreative Schaffen. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, eine Idee bildhaft umzusetzen. Und zwar handwerklich, mit allen Sinnen, intuitiv. Es geht darum, „junge Leute in die Lage zu versetzen, Dinge auszuprobieren – und auch mal ungewöhnliche Lösungen zu finden“, sagt Barbara Meyer. Seit sieben Jahren leitet die gebürtige Schweizerin S27 und hat damit ihren Traumjob samt Traumteam gefunden, wie sie sagt.

Ein Blick in die Werkstatt zeigt, worum es ihr geht: Dort hängen und liegen fantasievoll gestaltete Designstücke aus Recyclingmaterial. Die Kunststoffe stammen von Flüchtlingsbooten von der Insel Lesbos und sind damit stumme Zeugen der lebensgefährlichen Flucht vieler Menschen nach Europa. „Diese Materialien tragen eine Geschichte in sich“, sagt Meyer. Genauso wie viele der jungen Menschen, die in der Arbeit mit den Stoffen ihre eigene Kreativität entdecken. S27 möchte „Gewohntes neu erfinden“. Umdenken. Funktionen hinterfragen, verdrehen und so auch festgefahrene Situationen lösen. Es geht um mehr als Partizipation, es geht um die Entwicklung eigener Perspektiven. „Junge Leute merken, dass sie tatsächlich etwas Neues schaffen, etwas bewirken können. Das ist ein Energiepaket für ihre persönliche Zukunft mit starker Strahlkraft für unsere Gesellschaft. Ein echter Ruck eben – Roman Herzog wäre sicher ganz zufrieden mit uns“, sagt die Künstlerin schmunzelnd.

Über den Preis gefreut haben sich Meyer und das S27-Team gleich in mehrerlei Hinsicht: Weil sie sich mit dem anpackenden Visionär Herzog zutiefst verbunden fühlen. Weil sie mit dem Preisgeld eine dringend benötigte Werkstatt ausstatten können. Und weil ihnen wichtig ist, dass ihre Botschaft über Berlin hinaus gehört wird.

Denn schöpferisches Gestalten, davon ist S27 überzeugt, kommt unserer Gemeinschaft zugute. Kreativität ist nicht zuletzt auch die Grundlage ökonomischen Handelns: Etwas zu unternehmen, Innovationen in die Welt zu bringen, das setze einen kreativen Antrieb voraus, sagt Meyer. So habe auch die Berliner Sparkasse immer wieder gezeigt, dass sie in schwierigen Situationen neue Wege geht – etwa beim Thema Flüchtlingskonten –, und damit ihre traditionsreiche Nähe zu Leben und Kultur der Stadt untermauert. „Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass wir diesen Preis bekommen haben.“

Der Roman Herzog Preis: ein Ruck für Berlin

Er war einer der großen visionären Staatsmänner Deutschlands, seine „Ruck-Rede“ von 1997 bleibt unvergessen: der siebte Bundespräsident Roman Herzog. Als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Brandenburger Tor – der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse im Max Liebermann Haus – hat er sich maßgeblich für bürgerschaftliches Engagement im kulturellen Leben Berlins eingesetzt.

„In Berlin wird Zukunft gestaltet“, erkannte Herzog schon 1997. In diesem Geiste wurde der mit 20.000 Euro dotierte Roman Herzog Preis ins Leben gerufen. Das Preisgeld stammt vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Die weiteren Finalisten ehrt die Berliner Sparkasse zum Andenken an Roman Herzog mit je 5.000 Euro und würdigt damit Menschen, die mit ihrem sozialen Engagement für einen spürbaren Ruck in Berlin sorgen und bundesweit Vorbildcharakter haben. Der Preis wird daher auch augenzwinkernd „Ruck-Preis“ genannt.

2017 kürte das Kuratorium der Stiftung Brandenburger Tor mit der Initiative S27 den ersten Roman Herzog Preisträger. S27 stärkt mit experimentellen, künstlerischen Projekten die Initiativkraft junger Menschen und fördert eine freiheitliche Grundeinstellung.

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