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Was ihr über den DAX wissen solltet

„DAX erobert 10.500er-Marke!“, hieß es kürzlich in einer Seite 1-Schlagzeile. Wieso ist dieser „DAX“ und dessen Stand aber so bedeutend? Was ist der DAX überhaupt und was bedeuten die Punkte? Wir beantworteten die wichtigsten Fragen.

Was ist der DAX?

DAX ist eine Abkürzung und steht für Deutscher Aktienindex. Er umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen des Landes (nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz). Das heißt: Der DAX spiegelt die Entwicklung dieser Unternehmen wider – und taugt damit auch als Indikator für die Situation der deutschen Wirtschaft. Als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt hat er sich national und international etabliert.

Seit wann gibt es den DAX?

Der DAX wurde am 1. Juli 1988 eingeführt. Entwickelt haben ihn damals die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, die Frankfurter Wertpapierbörse und die Börsen-Zeitung. Für den 31. Dezember 1987 ist er auf 1.000 Indexpunkte normiert worden.

Wie werden die Punkte berechnet? Was bedeuten sie?

Vorab: Die Punkte haben keine absolute Bedeutung. Das heißt: Der Stand des DAX taugt nicht zum Vergleich mit anderen Indizes. Es lohnt sich lediglich der Vergleich der Veränderungen. Habt ihr beispielsweise alle Unternehmen mit ihren im Index vorliegenden Gewichtungen erworben, dann führt ein 1%-iger Anstieg des DAX auch zu einem Anstieg eures Portfolios um 1%.

Für die Berechnung des Index werden die Werte im DAX unterschiedlich gewichtet. Die konkrete Berechnung basiert auf einer Formel des deutschen Ökonomen Étienne Laspeyres (1834 – 1913). Die Gewichtung eines Wertes entspricht dem Gesamtwert der frei handelbaren Aktien (sog. Streubesitz) eines Unternehmens. Das sind alle Aktien außer jenen, die das Unternehmen selbst oder Großaktionäre (mehr als 5%) halten. Um den Einfluss von Großunternehmen zu begrenzen, wird bei den Quartalsüberprüfungen des Index ein zwischenzeitlich über 10% hinausgegangenes Gewicht wieder auf diese Marke zurückgesetzt.

Beispielrechnung: Ist ein Unternehmen mit 10% gewichtet, so bedeutet das: Steigt der Kurs des Unternehmens um 10% (und alle anderen im Index enthaltenen Aktien verändern ihren Wert nicht), so steigt der Dax um 1%. (10% von 10% = 1%)

Die Berechnungsmethode nach Laspeyres wird übrigens auch bei der Bestimmung des Verbraucherpreisindex für Deutschland angewandt.

Kann man den DAX kaufen?

Der Index startete 1988 bei 1.000 Punkten, heute notiert er bei rund 10.000 Zählern (siehe Grafik). Das entspricht einem Zuwachs von 900 Prozent – oder einem Plus von durchschnittlich 8,9 Prozent im Jahr. Von solchen Wachstumsraten möchten natürlich auch viele Anleger profitieren.

 

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Den bisherigen Höchststand erreichte der DAX übrigens am Freitag, den 10. April 2015 bei 12.374,73 Punkten. Mehr Infos und Kursverläufe findet ihr im Börsencenter der Berliner Sparkasse.

 

Doch direkt kaufen kann man den DAX nicht. Er ist zwar ein Wertpapier und hat auch eine Identifikationsnummer (ISIN: DE0008469008). Allerdings ist der DAX ein Index, besteht aus 30 einzelnen Aktien und kann somit nur indirekt gekauft (nachgebildet) werden. Es wäre sehr aufwendig und teuer, alle Einzelaktionen nach ihrer Gewichtung zu kaufen. Dafür gibt es so genannte Indexzertifikate, mit denen der DAX bzw. dessen Entwicklung einfach und kostengünstig „nachgebaut“ werden kann. Auch viele aktiv gemanagte Fonds haben den DAX als Investmentthema.

Welche Unternehmen sind aktuell im DAX? 

Adidas, Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Commerzbank, Continental, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Deutsche Telekom, E.on, Fresenius Medical Care, Fresenius, HeidelbergCement, Henkel, Infineon Technologies, Linde, Merck, Munich Re, ProSiebenSat.1 Media, RWE, SAP, Siemens, ThyssenKrupp, Volkswagen,Vonovia (Stand: 8. September 2016)

Wie kommt ein Unternehmen in den DAX?

Zunächst einmal muss das Unternehmen seinen juristischen Sitz oder das operative Hauptquartier in Deutschland (oder: den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Frankfurt und einen Sitz in der EU) haben. Darüber hinaus gibt es bestimmte börsenrechtliche Auflagen, unter anderem einen hoher Bericht-Standard. Unter den Unternehmen, die diese Voraussetzungen erfüllen, erfolgt eine Auswahl anhand zweier Merkmale:

Börsenumsatz (Wert der tatsächlich gehandelten Wertpapiere) und

Marktkapitalisierung (Gesamtwert des Streubesitzes) = Kurs x Anzahl der frei handelbaren Aktien (Streubesitz)

Die Anpassung des DAX: Einmal jährlich im September findet eine ordentliche Anpassung des DAX-Index statt. Zusätzlich gibt es vier Regeln, die im März, Juli und Dezember überprüft werden. Die ursprüngliche Zusammensetzung des DAX sowie die einzelnen Anpassungen hat die Deutsche Börse übersichtlich aufbereitet.

Gibt es noch andere deutsche Indizes?

Neben dem DAX umfasst die Indexfamilie der Deutschen Börse AG weitere Indizes wie beispielsweise den MDAX, der die 50 größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen nach dem DAX abbildet, den TecDAX, der einen Fokus auf Technologieunternehmen unterhalb des DAX legt, und den SDAX, der die 50 größten und meist gehandelten Unternehmen unterhalb des MDAX umfasst.

Außerdem gibt es Branchen- sowie Themenindizes wie den ÖkoDAX für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien oder Strategieindizes wie den DivDAX für dividendenstarke Unternehmen.

 

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