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Wenn ein Unternehmen an die Börse geht…

von Planspiel Börse am 1. November 2017

 

Der Mensch und seine Bedürfnisse verändern sich. Immer und wahrscheinlich sogar immer schneller. Die Digitalisierung und die Globalisierung haben die Veränderungsprozesse noch beschleunigt. Damit geht einher, dass Unternehmen und Firmen mit der Zeit gehen müssen und gezwungen sind, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung dem Tempo anzupassen. Was eben noch gut war, ist heute vielleicht nicht mehr gut genug und morgen sogar schlecht.

 

Warum geht ein Unternehmen an die Börse?

 

Um weiter erfolgreich zu sein, benötigen diese Unternehmen häufig Kapital, das sie nicht komplett aus den eigenen Gewinnen erwirtschaften können. Das aber zwingend notwendig ist, um den Wachstum der Zukunft zu gestalten – und auch, um das eigene Kapital zu stärken. Eigentümer müssen entscheiden, ob sie Geld leihen wollen, sich also mit fremdem Kapital, zum Beispiel von Banken, weiter finanzieren und dafür eine Zinslast tragen müssen oder ob sie Anteile des Unternehmens an Investoren verkaufen. Eine mögliche und bewährte Lösung: Unternehmen wandeln sich zu Aktiengesellschaften und gehen an die Börse! Dort wird das gesamte Eigenkapital in gleich große Anteile aufgeteilt: Aktien. Sie sind daher verbriefte Anteile einer Aktiengesellschaft (AG).

 

Der Weg zur Börse

 

Der Weg eines Unternehmens an die Börse ist lang, zeit- und kostenintensiv, da vorher die Börsenreife geprüft und bestätigt werden muss. Faktoren sind vor allem die Unternehmensdaten, aber auch Branchen-, Produkt- und Wettbewerbsanalysen sowie eine Einschätzung des Unternehmens im Vergleich zu Mitbewerbern der Branche und eine Einordnung im gesamten Marktumfeld. Am Ende des Prozesses legen die Banken einen Unternehmenswert fest und damit eine Preisspanne für den Emissionspreis der Aktie (= der Preis, zu dem eine Aktien zu Beginn verkauft werden soll).

Aktie der Niederlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft (1901)

Aktie der Niederlausitzer Eisenbahngesellschaft (1901)

 

Erst dann können Interessenten innerhalb einer festgelegten Zeichnungsfrist entscheiden, wie viele Aktien sie zu welchem Maximalpreis erwerben möchten. Nach Ende dieser Frist und unter Berücksichtigung der bis dahin getätigten Aktien-Bestellungen wird der Emissionspreis festgelegt und die Wertpapiere zugeteilt. Fortan wird der Kurs bei der Börse gelistet und die Aktien sind auf diesem Markt erhältlich.

Ein Aktionär erwirbt mit Aktien also Anteile eines Unternehmens. Neben möglichen Kursgewinnen kann der Aktionär dann auch durch ausgeschüttete Dividenden profitieren, mit denen „sein“ Unternehmen die Aktionäre am Erfolg beteiligt.

 

Börsengänge: Von der Eisenbahn bis zu Alibaba

 

Das Prinzip ist bewährt, unterliegt aber natürlich einigen Veränderungen und Anpassungen seit Einführung 1843. Da trat das deutsche Aktiengesetz in Kraft, im damaligen Preußen. Es löste damals einen wahren Gründungsboom aus, in den folgenden 30 Jahren verwandelten sich fast 300 Unternehmen in Aktiengesellschaften – übrigens vornehmlich Eisenbahn-Unternehmen, da die Eisenbahn zu jener Zeit als die große Zukunftstechnologie galt.

DAX-Entwicklung seit 1995

DAX-Entwicklung. Quelle: BörsenCenter der Berliner Sparkasse

 

Der bis dato größte Börsengang der Historie war der der chinesischen Alibaba Group, der 2014 rund 25 Milliarden Euro erlöste und damit noch einmal neun Milliarden mehr als der amerikanische Gigant Facebook 2012. Der größte und bekannteste Börsengang in Deutschland ist der der Telekom: Zwischen 1996 und 2000 erlöste das Unternehmen in drei Tranchen mehr als 30 Mrd. Euro. Einen wahren Hype gab es um die T-Aktie, die in einer riesigen Werbekampagne als „Volksaktie“ bezeichnet wurde. Für viele Deutsche war die T-Aktie die erste Aktie – und für viele aber leider auch die letzte: Der Traum vom Reichtum platzte, der erschütternde Absturz des Kurses hat viele Anleger hierzulande nachhaltig abgeschreckt. Dabei würde ein Blick, beispielsweise auf die langfristige Entwicklung des DAX (siehe Bild links oder im „BörsenCenter der Berliner Sparkasse„), sicher helfen, um den Schrecken zu verlieren…

 

Mehr über die Anlagementalität der Deutschen, warum die Börse kein Glücksspiel ist und wissenschaftliche Grundlagen der Auswahl eines guten Wertpapier-Mix lest ihr in unserem zweiteiligen Interview mit Robert Genz, Wertpapierexperte und Leiter des BeratungsCenters der Berliner Sparkasse am Nollendorfplatz.
Teil1: Deutsche sind Weltmeister im „Nicht Geld ausgeben“
Teil 2: „Wer ist schon mit null Prozent zufrieden“

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