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Die Börse: Wichtiger Marktplatz oder „Erfindung des Teufels“?

veröffentlicht am 5. November 2015

Wo wechselte die erste Aktie ihren Besitzer? Woher stammt eigentlich der Name „Börse“? Die Antwort führt ins 16. Jahrhundert in eines der Nachbarländer Deutschlands, wo alles mit Schiffen, Gewürzen und Expeditionen nach Indien begann.

„Pures Glücksspiel!“ oder „Aktien sind Teufelszeug“ – Vorurteile gibt es viele, wenn es um das Thema Börse geht. Schließlich sagte selbst Börsen-Guru André Kostolany einst: „Der Teufel hat die Börse erfunden.“ Allerdings fügte er hinzu: „um die Menschen dafür zu bestrafen, dass sie glauben, wie Gott aus dem Nichts etwas schöpfen zu können.“

Neutral betrachtet, ist die Börse lediglich ein Marktplatz für Güter, die nach Angebot und Nachfrage gehandelt werden. Heute verwendet man den Begriff meist synonym für Wertpapier- oder Aktienbörsen. Der Verkauf von Unternehmensanteilen über Aktien verschafft Firmen neues Kapital. Aktionäre erhalten eine Aussicht auf jährliche Dividendenausschüttungen, abhängig vom Erfolg des Unternehmens.

Die Anfänge des Börsenhandels

Bereits in der frühen Neuzeit trafen sich Kaufleute auf öffentlichen Plätzen, um die Preise für ihre Waren festzulegen. Die belgische Stadt Brügge verlegte den Handel in das Haus der Familie van de Beurse, die in ihrem Wappen drei Geldbeutel (lateinisch: bursa) führte. Damit war der Begriff für diesen Handelsplatz geboren: Börse. Das erste Bauwerk, das ausschließlich für den Börsenhandel errichtet wurde, entstand 1531 im niederländischen Antwerpen.

An der Amsterdamer Börse wechselte Anfang des 17. Jahrhunderts die erste Aktie ihren Besitzer. Die Vereinigte Ostindische Handelskompanie, ein Zusammenschluss Amsterdamer Gewürzhändler, finanzierte so den Bau neuer Schiffe und Expeditionen. Die Anleger investierten Geld, in der Hoffnung, am Gewinn beteiligt zu werden. Sie trugen allerdings auch das Risiko, wenn die Schiffe sanken.

An den Börsen damals wie heute wechseln sich Phasen des Kursanstiegs, Hausse genannt, mit Phasen schwächerer Notierungen, als Baisse bezeichnet, ab. Dabei kam es in der Vergangenheit hin und wieder in beiden Richtungen zu Übertreibungen (Spekulationsblasen bzw. Crashs).

Die Tulpenmanie von 1637

Als erster Börsencrash wird das Zusammenbrechen des Marktes für Tulpen in den Niederlanden angeführt. Um 1635 kauften und verkauften Floristen die begehrten aus Asien importierten Blumen, als deren Zwiebeln noch in der Erde steckten. Diese Zwiebeln entwickelten sich zu einer spekulativen Wertanlage. Umgerechnet wurden tausende Euros pro Tulpenzwiebel bezahlt, was dem Lohn eines Zimmermanns für Jahrzehnte Arbeit entsprach.

Preisindex Tulpen 1636

Leute aller Gesellschaftsschichten verloren jede Zurückhaltung: Jeder wollte mit der Pflanze Geld verdienen. Solange sich Abnehmer finden ließen, stiegen die Preise immer weiter in schwindelerregende Höhen.

Der Einbruch nahm seinen Anfang bei einer gewöhnlichen Auktion: Zum ersten Mal stellte sich kein Käufer für die überteuerten Zwiebeln und ein Händler blieb auf seinem Bestand sitzen. Das sprach sich schnell herum. Keiner wollte kaufen, aber alle verkaufen. Im Februar 1637 brachen die Kurse um 95 Prozent ein. Die Spekulationsblase war geplatzt.

Auch wenn wir in den letzten Jahrzehnten hin und wieder Extremsituationen an den Wertpapierbörsen hatten, so waren sie zum Glück eher die Ausnahme. Die Börse ist trotz aller Schwankungen eine sinnvolle Sache für den Warenaustausch sowie die Finanzierung von Staat und Unternehmen. Sie unterstützt damit unser Wirtschaftssystem. Davon profitieren nicht nur die Emittenten, sondern auch die Investoren, die mit ihrer Vermögensanlage Gewinne erzielen oder Zinsen vereinnahmen können. Ein Aktienengagement bietet zudem die Möglichkeit, sich an einem aussichtsreichen Unternehmen und dessen wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen.

Bild: By JayHenry (File:Tulip price index1.svg) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

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