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Die Zeitmaschine

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Plötzlich leuchtet im Schein der Taschenlampe ein riesiges versteinertes Gebiss auf. „Huch“, entfährt es einem Teilnehmer der Taschenlampentour, dem das Lächeln des mächtigen T. rex nicht ganz geheuer ist.

Zeitlos relevant: Das Museum für Naturkunde Berlin zählt zu den herausragenden Museen der Hauptstadt. Berühmt ist es vor allem für seine Dinosaurier. Den weltweit höchsten in einem Museum aufgebauten Brachiosaurus etwa. Oder den beeindruckenden Tyrannosaurus rex „Tristan Otto“, den aktuellen Stargast des Hauses. Doch darüber hinaus hat das Museum rund um die großen Themen Biodiversität, Evolution und Rolle des Menschen eine enorme Anzahl spannender Objekte und Geschichten für Interessierte jeglicher Couleur zu bieten: vom kleinen bis zum großen Besucher, von der Spinnenforscherin bis zum Modeschöpfer. Ein Gespräch mit Generaldirektor Prof. Johannes Vogel und Geschäftsführer Stephan Junker über filmreife Taschenlampen, unsere 2018 gestartete Kooperation unter der Motto „Wissen schafft Durchblick“ kinderfest– und die Demut vor der Zeit und der Natur.

Das Naturkundemuseum wirft bekanntlich ein helles Licht auf Naturphänomene. Wozu braucht es da noch Taschenlampen?

Junker: Wir können ja nur vergleichsweise wenige unserer Attraktionen in den Ausstellungen zeigen. Darum öffnen wir einen Teil der Sammlungen für unser Publikum im Rahmen einer ganz besonderen Veranstaltung, bei der Sie in einer kleinen Gruppe mit einem Museumsguide auf Entdeckungstour gehen – und dabei eintauchen in die Tiefen der Natur und der Jahrhunderte.

Vogel:
Sie müssen sich vorstellen, dies im stimmungsvollen Umfeld des dunklen, fast menschenleeren Museums mit einer Taschenlampe in der Hand zu erleben – in diesem historischen, Geschichte atmenden Bau, das ist wirklich hochattraktiv und für jeden ein besonders sinnliches Erlebnis. Ein Anstoß, um sich mit Natur und Fragen der Gefährdung der Natur zu beschäftigen. Und außerdem filmreif, im wahrsten Sinne des Wortes.

Junker:
Ja, als Kulisse für Produktionen wie z. B. „Babylon Berlin“ hätten wir einiges zu bieten – wer weiß, vielleicht entdeckt uns ja mal ein Locationscout?

Seit 2018 kooperieren Sie mit der Berliner Sparkasse – was verbindet unsere beiden Häuser?


Junker:
Wir vereinen uns hinter dem Slogan „Gut für Berlin“. Die Berliner Sparkasse und wir stehen in unseren jeweiligen Sektoren für die Verantwortung, die wir für die Gesellschaft tragen. Wir müssen nachhaltig bleiben mit dem, was wir machen, und unser Engagement in dieser Hinsicht noch weiter verstärken. Und wir sind beide daran interessiert, die Menschen teilhaben zu lassen. Die Sparkasse kommt aus der Tradition der Armenkasse – und auch unser Auftrag entstammt der Aufklärung. Denn unser Ziel ist es, über das Thema Natur aufzuklären und dafür Interesse zu wecken. Und wir haben 2018 ja auch schon eine tolle Aktion zusammen gemacht: ein immens erfolgreiches Kinderfest, das uns wirklich überwältigt hat und der 2019 erneut stattfinden wird.

Vogel:
Nicht zu vergessen: Als Museum sind wir ebenfalls schon über 200 Jahre alt. Die Berliner Sparkasse und wir haben es immer wieder geschafft, uns neu zu erfinden in Bezug auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen. Das verbindet uns. Wir kommen aus der Aufklärung und sind seitdem relevant und prominent im Stadtbild Berlins vertreten. Und wenn man wie wir als Museum seine Sammlungen für die Entwicklung eines Standorts einsetzen möchte, dann gehört natürlich die Berliner Sparkasse in puncto wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Berlins zu den ersten Adressen.

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche: Welche Rolle spielt die Digitalisierung für das Museum?


Vogel:
Wissenschaft findet meist hinter verschlossenen Türen statt. Wir möchten den Prozess von Wissenschaft transparent, offen und partizipativ gestalten. Dazu gehören natürlich auch digitale Strategien. Die Sammlung soll für alle zugänglich sein: für Modeschöpfer genauso wie für die Spinnenforscherin. Alle diese Menschen haben Bedürfnisse und Ambitionen. Wir möchten ihnen mithilfe digitaler Möglichkeiten Horizonte öffnen – wie das etwa unsere Biodiversitätswand unter dem Motto „Evolution in Aktion“ tut. Insofern ist das Museum ein Gewinner der Digitalisierung.

Junker:
Natürlich leben unsere Ausstellungen davon, dass sie Originalobjekte zeigen. Diese Attraktion ist digital nicht herstellbar. Sie bekommen ein Gefühl für die Zeit und die Natur, wenn Sie sich den Brachiosaurus bei uns in der Eingangshalle angucken, das macht demütig. Dann begreifen wir erst, was für ein kleiner Teil der Erd- und Menschheitsgeschichte wir sind. Wir können die Natur über Millionen von Jahren zeigen – wie sie war, wie sie ist und an welchen Stellen
sie verloren zu gehen droht.

Vogel: Was man auch daran sehen kann: Der Brachiosaurus ist höchstwahrscheinlich das größte Tier, das jemals auf der Erde gelaufen ist. Und trotzdem ist er infolge von Umweltveränderungen von heute auf morgen verschwunden. Auch für uns wird die Zeit knapp in Bezug auf die gewaltige Aufgabe, die sich uns stellt: nämlich die Welt für den Menschen zu retten.

Ist dies der Grund für die Kampagne „Für Natur“, mit der Sie aktiv für den Umweltschutz eintreten?

Vogel: „Für Natur“ ist unser Leitgedanke bei allem, was wir tun. Wir möchten uns rund um die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Plastikflut oder Artensterben intensiver einbringen. Hier müssen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik zusammenkommen, durch Kooperationen und gemeinsame Aktionen. Unsere Aufgabe als Museum: Forschung vertiefen, Erkenntnisse vermitteln, Gesellschaft verändern – für Natur. Es muss ein anderes Denken und Handeln geben und zwar global. Und damit müssen die reichen Teile – der Westen und der Norden – anfangen. Es muss ein Bewusstsein und es müssen Möglichkeiten fürs Handeln geschaffen werden. Allein Plastikstrohhalme zu verbieten, wird uns nicht retten. Es wird viel zu oft partikular und viel zu selten systemisch gedacht – darum richten wir uns mit der Kampagne auch an die Politik. Und an unsere Hauptzielgruppe der jungen Erwachsenen, die letztlich mit ihrer Wahlstimme die Entscheidung treffen.

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