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Erleben macht Schule

eingestellt von Tanya Zlateva am 18. November 2018 | Kategorie: Gut für Berlin

Schule mal anders: inmitten von quicklebendigen Tieren aus aller Welt. In der Zooschule des Berliner Zoos erleben Kinder von der Kitagruppe bis zur Abiturklasse Biologie mit Haut und Haaren. Für jeden ist etwas dabei: Abiturklassen beschäftigen sich mit komplexen Themen wie „Anpassung an den Lebensraum“. Für Erstklässler geht es um Allgemeineres – etwa „Tiere im Winter“.

„Was machen also die Tiere im Winter?“, fragt Lukas Lange. Sofort schnellen im frisch renovierten Schulraum der Zooschule die Arme hoch. „Die verstecken sich“, sagt Annabell. „Aber vorher essen die ganz viel“, ergänzt Leni. „Ich glaube, denen ist ganz doll kalt“, flüstert Emil. Geduldig erklärt Zoo-Guide Lukas den Kindern, wie die Tiere mit fallenden Temperaturen und knappem Futter umgehen. Wie sich das Eichhörnchen einen Vorrat sammelt und sich der Igel einigelt. Natürlich entgeht dem Biologiestudenten im Dienste der Zooschule nicht, dass die Kinder voller Vorfreude kaum stillsitzen können. Und so belässt er es bei einleitenden Worten – und gibt das Zeichen zum Aufbruch. Hektisch springen die Erstklässler auf, greifen nach ihren Mützen und stürmen in Richtung Ausgang. Endlich geht’s los: auf in den weltberühmten Zoo Berlin!

Die meisten Menschen verbinden mit dem Zoobesuch einen erholsamen Familiennachmittag mit Robbenfütterung, Vanilleeis und exotischem Spaziergang. Was viele nicht wissen: Zu einem Zoo gehört ganz elementar ein Bildungsauftrag, und den nimmt der Berliner Zoo sehr ernst. „Man schützt nur, was man kennt“ – unter diesem Motto möchte man das Bewusstsein für das weltweite Artensterben schärfen sowie auch für den persönlichen, nachhaltigen Umgang mit der Natur.

Mit ihrem Bildungsauftrag passt die Zooschule punktgenau zu den Zielen ihres Hauptsponsors. Denn in Sachen gesellschaftliches Engagement widmet sich die Berliner Sparkasse schwerpunktmäßig der Förderung von Kindern und Jugendlichen.

Der Zoo Berlin hat die besten Voraussetzungen dafür: Hier sind auf 33 Hektar Grünfläche mehr als 20.000 Tiere zu entdecken, darunter viele Exoten und vom Aussterben bedrohte Arten. Sie alle stehen stellvertretend für ihre Artgenossen in freier Wildbahn und ermöglichen den Besuchern etwas, das in der digitalen Ära immer wertvoller wird: echtes, unmittelbares Erleben. Wie Tiere sich bewegen, miteinander umgehen, wie sie riechen, klingen, sich anfühlen – es ist ein wahres Feuerwerk der Sinne, das hier geboten wird. Etwas, was Fernsehen oder Internet nicht leisten können. Nur auf diese Weise bauen die Menschen eine echte Verbindung zu den Tieren auf.

„Wer möchte mal ein echtes Geweih tragen?“, fragt Lange beim Rentiergehege – rein zufällig hat er gerade eins dabei. Natürlich wollen alle. Nebenbei lernen die Kinder, dass die Rentiermännchen im Gegensatz zu den -weibchen im Winter ihr Geweih verlieren. Kurz dürfen sie auch an Rentierfutter riechen. Dann geht es weiter: Die Pinguine warten!

Lernen als Erleben ermöglichen: Gerade in der Großstadt zählt der Zoo zu den wichtigsten außerschulischen Lernorten. Die Zooschule Berlin hat für jede Zielgruppe Konzepte entwickelt, die regelmäßig auf den neuesten Stand der Forschung gebracht werden. Fast 50 verschiedene Touren gibt es allein für junge Menschen – von der Kitagruppe bis zur 13. Klasse. Auch Erwachsene erwartet ein umfassendes Bildungsprogramm mit Führungen, Abendspaziergängen und Themenangeboten.

Bei allen Zielgruppen steht eins immer wieder im Mittelpunkt: der Artenschutz. Wie viele wissenschaftlich geleitete Zoos weltweit engagiert sich auch der Berliner Zoo aktiv für den Arterhalt.

Zu den schönsten Erfolgsgeschichten zählt die des Bartgeiers: Die imposanten Greifvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,85 Metern wurden so lange vom Menschen gejagt, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts in den Alpen restlos ausgerottet waren. Insgesamt 18 der im Tierpark Berlin geschlüpften Bartgeier wurden seit 1988 erfolgreich ausgewildert. 1997 schlüpften die ersten Jungtiere in den Alpen, im Jahr 2016 gab es dort wieder 34 Brutpaare.

Für die gute Sache ist kein Weg zu weit: Die im Zoo Berlin geborene Nashorndame Akili hat auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ihre „Hochzeitsreise“ in den Zoo von Yokohama absolviert und trägt dort zur Arterhaltung bei. Auch die Spitzmaulnashorndame Maburi, das „Patenkind“ der Berliner Sparkasse, hat am 22. September die kleine Maisha auf die Welt gebracht.

„Wer weiß, wie Pinguinpaare brüten?“, fragt Lange in die Runde. Die Klasse ist am Pinguinbecken angekommen, wo sie von einer Handvoll Königspinguine beäugt wird. Ein Mädchen meldet sich: „Ich glaube, mit den Füßen.“ „Richtig“, lächelt Lange. „Und wer macht das?“ Als fortschrittliche Eltern natürlich beide, und zwar abwechselnd. In den nächsten Minuten üben die Kinder mit Tennisbällen, wie man Eier von Fuß zu Fuß balanciert. Gar nicht so einfach, wie sich rasch herausstellt: Überall rollen Bälle über den Boden. Warum Pinguine das so machen? „Damit die Eier nicht frieren“, sagt Leni stolz.

Das finanzielle Engagement der Berliner Sparkasse ist in der Zooschule mehr als willkommen: „Endlich konnten wir mal renovieren, den Unterrichtsraum schöner gestalten, einen Beamer aufhängen“, freut sich Lange. Für die Zukunft wünscht er sich weiterhin viele Klassen und interessierte Besucher. Und natürlich, dass die großen Ziele des Zoos erreicht werden: neben Arterhalt vor allem artgerechte Haltung. Konkret steht der Umbau des Raubtierhauses an. Die Tiere sollen noch mehr Raum bekommen. „Es geht hier nicht darum, möglichst viele Tiere zu versammeln – sondern dass die Tiere, die wir haben, sich wohl fühlen.“

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