Top Treffer für „

Kein Treffer. Bitte überprüfen Sie Ihre Suche.


Ihre Sparkasse

Finden Sie weitere Informationen bei Ihrer Sparkasse vor Ort.

Schliessen

Gehalt, Steuern, Versicherungen – Was kommt als Azubi auf dich zu?

veröffentlicht am 13. Januar 2016

Wir sind Auszubildende im letzten Jahr bei der Berliner Sparkasse. Vor dem Berufsstart ergaben sich einige Fragen rund um unsere Finanzen, mit denen wir uns als Schüler und Abiturienten nicht beschäftigen mussten. Folgende Antworten und Tipps, die wir selbst während unserer Ausbildung gesammelt haben, sollen dir den Berufsstart erleichtern.

Wie sieht es mit dem Gehalt aus? Wie viel Geld bekommen Azubis?

Auszubildende erhalten eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Die Höhe ist in den meisten Fällen in Tarifverträgen festgelegt, welche die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften wie z.B. ver.di miteinander schließen. Diese Vertragspartner unterliegen hierbei der Tarifautonomie (Vertragsfreiheit). Der Gesetzgeber darf sich demnach also nicht in die Verhandlungen einmischen.
Allerdings muss die Ausbildungsvergütung während der Ausbildungszeit mindestens jährlich ansteigen. Das bestimmt das Berufsbildungsgesetz (§17). Des Weiteren bestimmt es, dass die Ausbildungsvergütung „angemessen“ sein muss. Für etwaigen Interpretationsspielraum sind hier branchenähnliche Tarifverträge wegweisend.

Wenn der Ausbildungsbetrieb nicht tariflich gebunden ist oder den in der Branche geltenden Tarifvertrag nicht freiwillig übernommen hat, muss trotzdem mindestens 80% der tariflichen Vergütung ausgezahlt werden. Das bestimmt ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes. Gibt es für deine Branche keinen Tarifvertrag, legen in der Regel die zuständigen Stellen (z.B. IHK, Handwerkskammer) Richtwerte fest.

Wenn du dich informieren möchtest, wie viel du während und nach der Ausbildung verdienen wirst, stellt die Hans-Böckler-Stiftung eine Übersicht über die aktuellen Tarif- und Ausbildungsvergütungen nach Branchen zur Verfügung.

Wie sieht es mit den Steuern aus?

Für Azubis, die jährlich mehr als 8.472 EUR verdienen, fallen in der Regel Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag an. Solltest du Kirchenmitglied sein, nimmt außerdem die Kirche noch eine Steuer. Die Höhe der Abgaben ist von deiner Ausbildungsvergütung und Lohnsteuerklasse abhängig.
Es werden allerdings nicht nur Steuern vom Bruttogehalt abgezogen – den größten Teil der Abgaben machen die Sozialversicherungen aus.

Wie komme ich bei all den Abzügen an zusätzliches Geld?

Neben dem Kindergeld, welches deine Eltern erhalten, kannst du die Ausbildungsbeihilfe BAB der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Falls du einen eigenen Haushalt gegründet hast, hast du unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einen Antrag auf Wohngeld bei deinem Bürgeramt einzureichen. Mit einem Minijob kannst du noch etwas Geld nebenbei verdienen. Hierfür benötigst du jedoch im Vorfeld das Einverständnis deines Arbeitgebers.

Weitere Möglichkeiten bieten Bildungskredite, mit denen du eine Ausbildung oder ein Studium finanzieren kannst. Bedenke hierbei jedoch, dass dies als letzte Option in Betracht gezogen werden sollte. Um Geld zu sparen, empfiehlt sich z.B. eine Wohngemeinschaft, da sie viele Kosten auf mehrere Personen verteilt und die eigenen Ausgaben dadurch reduziert. Auch sind häufig die Eltern zu einer Teilunterstützung bereit.

Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten erhältst du bei der IHK, der Bundesagentur für Arbeit und der Bildungsinitiative Wirtschaftswerkstatt.

Welche Versicherungen brauche ich?

Eine gute Basis, um dich existenziell abzusichern, sind die Berufsunfähigkeits- und die Haftpflichtversicherung.

Solltest du nämlich während der Ausbildung schwer erkranken oder einen Unfall erleiden und dadurch berufsunfähig werden, zahlt dir die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rente.
Auch wenn es widersprüchlich klingt – bei der Absicherung der Arbeitskraft gilt: je früher, desto besser. Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind umso günstiger, je jünger du bist. Es gibt sogar spezielle Einsteigertarife für junge Leute, die umfassenden Schutz für wenig Geld bieten.

Als Student, Berufsanfänger, aber auch als Selbstständiger hast du in der Regel keinerlei Anspruch auf staatliche Unterstützung, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Das bedeutet: Keine Arbeitskraft – kein Einkommen. Und auch wer schon länger arbeitet, erhält nur eine generelle staatliche Erwerbsminderungsrente. Diese jedoch wird erst nach fünf Jahren Berufstätigkeit oder nach 60 Beitragsmonaten gezahlt. Und auch dann nur bei totaler Erwerbsunfähigkeit. Du solltest eine mögliche Berufsunfähigkeit deshalb gezielt absichern!

Kaum eine Versicherung ist umfangreicher als die Haftpflichtversicherung. Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (u.a. § 823) musst du jeden Schaden in voller Höhe ersetzen, für den du verantwortlich bist. Das kann schnell teuer werden! Im Extremfall musst du ein Leben lang zahlen.

Denn generell ist deine gesetzliche Haftung in der Höhe unbegrenzt. Dabei spielt die Ursache des Schadens keine Rolle. Egal, ob fahrlässig oder vorsätzlich – die Geschädigten können dich auf jeden Fall schadensersatzpflichtig machen. Haftbar bist du für dich selbst, aber z.B. auch Eltern für ihre Kinder oder Tierhalter für ihre Hunde, Katzen oder Pferde.
Übrigens: Solltest du einen Hund haben, bist du in Berlin gesetzlich verpflichtet, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Aber auch in anderen Bundesländern ist diese Versicherung für Hundehalter empfehlenswert.

Es kann sich um kleine Schäden handeln, beispielsweise die Digitalkamera des Freundes fällt dir herunter, oder aber um große Schäden, wie einen Unfall, bei dem du jemand schwer verletzt. Personenschäden sind bekanntlich die teuersten Unfälle und können schnell in die Millionenhöhe gehen. Daher ist die Haftpflichtversicherung vielleicht die wichtigste Versicherung überhaupt.

Team Pseudonym

Bei der Haftpflichtversicherung frage zunächst deine Eltern, ob du während der Ausbildung über sie mitversichert bist. In der Regel ist dies der Fall, wenn es sich um deine Erstausbildung handelt. Allerdings gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise eine Teilzeit-Beschäftigung, welche du angenommen hast, um die Zeit nach der Schule zu überbrücken, die dazu führt, dass du den Anspruch auf die Mitversicherung verlierst.


Bis bald
euer Team Pseudonym

Matthias, Tim und Jonathan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.