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Wir glauben an Berlin – Reflexion über Vergangenheit und Zukunft

eingestellt von Tanya Zlateva am 11. November 2018 | Kategorie: Allgemein

Gemeinschaft und Bildung fördern, den Menschen vor Ort Zukunft ermöglichen – diesen Aufgaben stellt sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ebenso wie die Berliner Sparkasse. Bischof Dr. Markus Dröge, der die Landeskirche seit 2009 leitet, und Dr. Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse, erläutern, wie sie Digitalisierung und Veränderungsdruck begegnen, was Kirche und Finanzwelt gemein haben– und wie sich beide für die Region engagieren.

Bischof Dröge, die evangelische Kirche hat im vergangenen Jahr 500 Jahre Reformation gefeiert. Was hat Sie besonders beeindruckt?

Bischof Dr. Markus Dröge: Als Gastgeber des Kirchentags mit über 100.000 Dauergästen bleiben mir insbesondere Veranstaltungen wie der Eröffnungsgottesdienst vor dem Reichstag und der Festgottesdienst in Wittenberg in bester Erinnerung. Aber auch, dass die Botschaft der Reformation – Freiheit, Gewissensfreiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl – die Menschen der Gegenwart nach wie vor anspricht, ganz gleich, ob und welcher Glaubensrichtung sie angehören.

Dr. Johannes Evers: Das kann ich bestätigen. Unsere Geschichte ist mit jetzt 200 Jahren viel kürzer als die der Kirche. Aber ohne Reformation hätte es vielleicht auch keine Sparkassen gegeben. Die Berliner Sparkasse ist aus dem Geist der Aufklärung heraus gegründet worden. Es ging vor allem darum, breiten Bevölkerungsschichten Eigenverantwortung und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Und das bedeutet eben auch finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten – heute mehr denn je.

Aufklärung und Verantwortung sind ohne Bildung nicht zu haben.

Bischof Dr. Markus Dröge: Der Bildungsboom der Reformation fing schon mit der Bibelübersetzung an: Jeder sollte die Bibel lesen können – dafür musste aber erstmal jeder lesen können! Also wurden Schulen gegründet und ein Bildungsverständnis entwickelt. Bis heute geht es der evangelischen Kirche darum, Bildung weiterzugeben, und zwar nicht nur christliche. Der Mensch an sich soll ganzheitlich gebildet werden, denn er ist das Wertvollste, was wir haben. Aber um sein Potenzial entfalten zu können, muss er die Welt verstehen.

Dr. Johannes Evers: Auch wir setzen auf den Nachwuchs und auf Bildung, beispielsweise als „Partner der Berliner Schulen“, beim Planspiel Börse oder bei unserer Kooperation mit den Jungfüchsen. Sie haben gesagt: „Der Mensch muss die Welt verstehen“ – das gilt, finde ich, umso mehr im digitalen Bereich. Zum selbstbestimmten Umgang mit Finanzmitteln gehört heute die digitale Kompetenz im Netz – das ist für uns ein wichtiger Bildungsauftrag. Wir ermöglichen unseren Kunden finanzielle Mobilität, zum Beispiel in Form von sehr stark nachgefragten Seminaren oder indem wir ihnen Online-Banking auf dem Smartphone erklären und einrichten. Ich wüsste kein zweites Institut, das das so macht. Aller Digitalisierung zum Trotz haben die meisten Leute aber immer noch eher bei einem Menschen als bei einem digitalen Berater das gute Gefühl, richtig beraten worden zu sein.

Bischof Dr. Markus Dröge: Als Flächenkirche nutzen auch wir die digitalen Möglichkeiten konsequent – zum Beispiel mit unserem freien WLAN-Angebot namens „godspot“ in Kirchen. Aber ich sehe das genau wie Sie, für die wirklich ernsthaften Fragen muss man sich persönlich treffen. Darüber hinaus brauchen wir generell eine ethische Diskussion darüber, wie sich unsere Gesellschaft durch Algorithmen verändert.

Welche weiteren Werte verbinden Kirche und Finanzwirtschaft?

Bischof Dr. Markus Dröge: Schon Martin Luther ging es um die Frage, ob Wirtschaft dem Menschen dient. Und das gilt bis heute: Die Kirche setzt sich dafür ein, dass die Finanzen einem lebenswerten Leben dienen, nicht umgekehrt. Kritisch sehen wir es, wenn sich Teile der Finanzwelt von der realen Wirtschaft abkoppeln. Gut, dass die Sparkassen für eine Finanzwirtschaft stehen, die dem Bürger und dem Gemeinwohl dient.

Dr. Johannes Evers: Das ist Teil unserer Werteorientierung, ganz klar. Überhaupt ist das Wertegerüst, auf dessen Grundlage wir beraten, stabil und nachhaltig – ob es um Unternehmensgründung oder Altersvorsorge geht. Wir sind für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt da, egal wo sie herkommen, wie viel Geld sie haben, welcher Orientierung oder Hautfarbe sie sind. Von der engen Verbundenheit mit Berlin zeugen unsere rund 100 Filialen, aber auch ganz neue Kontaktpunkte, etwa die roten Beratungstische in Seniorenheimen oder Krankenhäusern. Und natürlich unser Filialbus „Justav“, der die Sparkasse zu den Menschen in die Kieze bringt.

Bischof Dr. Markus Dröge: Auch bei uns geht es um Nähe: Wir sind eine Volkskirche. Das bedeutet, dass jeder dazugehören kann, egal welche Bildung oder kulturelle Prägung er hat. Auch wir sind offen für Neues. Eine große Herausforderung für uns ist, wie wir trotz demografischen Wandels eine Art Grundversorgung in den Regionen sicherstellen. Da probieren wir neue, auch digitale Lösungen aus. Generell haben wir den Anspruch, Kirche immer wieder zu reformieren. Eine Frucht unseres Jubiläumsjahres war der Entschluss, noch stärker Kooperationen mit anderen einzugehen, etwa mit der Kulturszene.

Was macht eigentlich die Berliner Sparkasse zum 200. Jubiläum?

Dr. Johannes Evers: Unser Schwerpunkt liegt ebenfalls auf Begegnungen: vom Neujahrsempfang mit vielen hundert Kunden bis hin zu einer großen Ausstellung mit dem Titel „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ im Deutschen Historischen Museum, von der Jubiläumsfeier am 15. Juni bis hin zum Sparkassenmarathon. Besonders am Herzen liegt mir persönlich die Aktion „200 x 1.000 Euro“, bei der wir im Frühjahr aus dem Gedanken der Gemeinwohlorientierung 200 Vereine und Organisationen in den Kiezen mit je 1.000 Euro unterstützt haben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Bischof Dr. Markus Dröge: Dass noch viel mehr Menschen erkennen: Der christliche Glaube kann als starke spirituelle Kraft motivieren und Mut schenken. Und dass die Kirche eine große Gemeinschaft ist. Ein anregendes Netzwerk, in dem man sehr gut aufgehoben ist, wenn man sich fürs Gemeinwohl engagieren möchte. Dr. Johannes Evers: Ich wünsche mir, dass es die Berliner Sparkasse auch in 100 Jahren noch gibt: mit der Fähigkeit, sich immer wieder zu erneuern und ihre Relevanz für die Lebens- und Finanzplanung der Menschen und Unternehmen dieser Stadt zu bewahren. Für Berlin wünsche ich mir, dass wir mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen. Ich finde, wir haben eine wunderbare Stadt. Wir als Berliner Sparkasse glauben an Berlin!

Bischof Dr. Markus Dröge: Ich würde gern der Sparkasse noch etwas wünschen: nämlich Gottes Segen für die Zukunft – und dass Sie es weiterhin schaffen, eine gemeinwohlorientierte Finanzwirtschaft zu realisieren.

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